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Königslutter am Elm

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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland Königslutter am Elm ist eine Stadt im Osten von Niedersachsen im Landkreis Helmstedt.

Geografie

Die Stadt liegt mitten im Naturpark Elm-Lappwald und an der Nord-Ost-Seite des bewaldeten Höhenzugs Elm. Die nächsten größeren Städte sind Braunschweig etwa 23 km westlich, Wolfsburg etwa 20 km nördlich und die Kreisstadt Helmstedt liegt etwa 15 km östlich von Königslutter. Durch Königslutter führt die Deutsche Fachwerkstraße.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an Königslutter: Wolfsburg, Groß Twülpstedt, Rennau, Süpplingenburg, Süpplingen, Räbke, Schöppenstedt, Evessen, Erkerode, Cremlingen und Lehre.

Stadtgliederung

Die Stadt Königslutter am Elm gliedert sich in folgenden Stadtteilen:

Zu Königslutter am Elm gehört auch die Siedlung Langeleben im Elm.

Geschichte

Name

Die Stadt Königslutter am Elm war ursprünglich ein Dorf mit dem Namen Lutter. 1135 wurde es erstmals urkundlich als Lûtere erwähnt, ist aber vermutlich wesentlich älter. Die Benennung erfolgte nach dem Bach Lutter, der in Ortsnähe einer starken Quelle dem Elm entspringt. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts setzte sich der Name Königslutter als Konnigesluttere durch, wobei das König an den König und späteren Kaiser Lothar von Süpplingenburg erinnert.

Entwicklung

Um 1200 entstand eine Wasserburg im Bereich des heutigen Amtsgerichtes. 1318 wurde das Dorf Lutter Marktflecken unter der Bezeichnung forum Luttere und erhielt von den Braunschweiger Herzögen um 1400 die Stadtrechte verliehen. Zwischen dem Stift mit dem Kaiserdom und dem Dorf gab es die Ansiedlung Oberlutter. Die günstige Verkehrslage an der Handelsstraße Braunschweig-Magdeburg (der heutigen B 1), der Elmkalksteinhandel, die Wallfahrten zum Kaiserdom und das Duckstein-Bier haben die Entwicklung Königslutters begünstigt. 73 Brauhäuser waren berechtigt, das obergärige Weizenbier mit dem kalkhaltigen Bachwasser der Lutter zu brauen. Viele der alten Fachwerkhäuser sind heute aufgrund ihrer geräumigen Diele und großen Gewölbekellern als frühere Brauhäuser zu erkennen. Duckstein-Bier wurde in großen Mengen in die Städte Magdeburg, Halle, Leipzig, Berlin, Hamburg, Kassel und auch bis in die Niederlande exportiert. Sehr geschätzt wurde es am Hof des preußischen Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I.

Eine Postexpedition bestand in Königslutter seit dem 17. Jahrhundert. Zur Darstellung der Postgeschichte siehe: Postroute Braunschweig-Helmstedt-Magdeburg.

1796-1799 betrieb der Begründer der Homöopathie Samuel Hahnemann eine Arztpraxis im Ort, verließ Königslutter aber bald, da er wegen seiner selbst hergestellten Medikamente von Apothekern angefeindet wurde.

Im Jahre 1571 wurde beim Brand des Rathauses das Stadtarchiv vernichtet, was größere Lücken in der Überlieferung der örtlichen Siedlungsgeschichte hinterließ.

Kaiserdom

Wahrzeichen des Ortes ist der Kaiserdom in Form der Benediktiner-Abteikirche St. Peter und Paul. Kaiser Lothar III. ließ das Kirchengebäude 1135 als Klosterkirche des von ihm gleichzeitig gegründeten Benediktinerklosters errichten. Der Bauherr, der dort mit seiner Gattin Richenza und seinem Schwiegersohn Heinrich dem Stolzen begraben liegt, schuf ein monumentales Gotteshaus. Es ist eine kreuzförmige Pfeilerbasilika, die das erste Großgewölbe nördlich des Harzes darstellt. Sehenswert sind die Bildhauerarbeiten lombardischer Steinmetze, der Kreuzgang, der mit seinem Reichtum an ornamentierten Säulen und Kapitellen zu den schönsten Deutschlands zählt.

Vom Gründer Kaiser Lothar mit vielen Reliquien ausgestattet, entwickelte sich die Kirche im späten Mittelalter zu einem bekannten Wallfahrtsort. Hauptwallfahrtstag war der 29. Juni, der Peter- und Paulstag als Namenstag der beiden Kirchenheiligen. Wallfahrer kamen aus Lübeck, Lüneburg, dem Rheinland und Thüringen.

Die fast 900 Jahre alte Kaiser-Lothar-Linde vor dem Dom ist ein Naturdenkmal von überregionaler Bedeutung. Seit 1986 gibt es ein Kaiserdom-Museum in einer ehemaligen Steinmetzschule.

Postgeschichte

Zur Entwicklung des Postwesens in Königslutter siehe: Postroute Braunschweig-Helmstedt-Magdeburg.

Eingemeindungen

Bis 1924 lagen neben Königslutter noch die selbstständigen Dörfer Oberlutter und Stift Lutter (Kaiserdom), die im selben Jahr in die Stadt eingegliedert wurden.

Eine weitere wesentliche Erweiterung erfuhr die Stadt, als im Rahmen der Gemeindegebietsreform, die am 1. März 1974 wirksam wurde, die Gemeinden Beienrode (aus dem Landkreis Gifhorn), Boimstorf, Bornum am Elm, Glentorf, Groß Steinum, Klein Steimke (aus dem Landkreis Gifhorn), Lauingen, Lelm, Ochsendorf, Rhode (beide aus dem Landkreis Gifhorn), Rieseberg, Rotenkamp, Rottorf, Scheppau, Schickelsheim, Sunstedt und Uhry (aus dem Landkreis Gifhorn) eingemeindet wurden.[2] Die Einwohnerzahl stieg auf 16.812 Personen an.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1821 2707  
1849 2983  
1871 4112  
1905 6286  
1925 5718  
1939 5823  
1950 9096  
1956 8843  
1968 17035  
1969 17005  
Jahr Einwohner
1970 16549  
1971 16922  
1972 16861  
1973 16793  
1974 16655  
1975 16623  
1976 16419  
1977 16545  
1978 16587  
1979 16579  
Jahr Einwohner
1980 16509  
1981 16556  
1982 16488  
1983 16554  
1984 16528  
1985 16497  
1986 16476  
1987 16108  
1988 16043  
1989 16146  
Jahr Einwohner
1990 16268  
1991 16440  
1992 16574  
1993 16683  
1994 16735  
1995 16802  
1996 16809  
1997 16770  
1998 16677  
1999 16696  
Jahr Einwohner
2000 16546  
2001 16570  
2002 16582  
2003 16499  
2004 16498  
2005 16350  
2006 16214  
2007 16160  
2008 16078  
2009 15909  
Jahr Einwohner
2010 15694  
2011 15579  
2012 15603  
2013 15699  
2014 15819  
2015 15733  
2016 15880  
2017 15774  
2018 15704  
2019 15704  
Jahr Einwohner
2020 15790  
2021 15786  
2022 15467  
2023 15408  
2024 15395  

Hinweis: Einwohnerzahlen von Landesamt für Statistik Niedersachsen (Bevölkerung nach Geschlecht; Fläche, Bevölkerungsdichte (Gemeinde)) sind angegeben nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1830 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter bzw. der Stadtverwaltung selbst.

Politik

Rat

Der Rat der Stadt Königslutter setzt sich derzeit aus 30 Ratsmitgliedern zusammen. Die Sitzverteilung stellt sich seit der letzten Kommunalwahl am 12. September 2021 wie folgt dar: Vorlage:Wahldiagramm

Parteien und Wählergemeinschaften %
2021
Sitze
2021
%
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 33,95 10 37,11 11 42,86 13 41,43 13 41,06 14
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,11 10 36,43 11 34,97 10 38,10 12 42,05 15
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 13,56 4 4,08 3 9,66 3 6,31 2 4,57 1
AfD Alternative für Deutschland 6,59 2
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft 7,17 2 10,69 3 7,43 2 5,36 2 5,67 2
FDP Freie Demokratische Partei 6,61 2 4,30 1 2,16 1 5,64 2 4,69 1
EB Einzelbewerber Weihe 2,36 1
LINKE Die Linke 2,89 1 3,13 1
gesamt 100 30 100 30 100 30 100 32 100 33
Wahlbeteiligung in % 62,27 % 57,55 % 62,11 % 52,28 % TBA

Für 2021–2026 wurden folgende Gruppen gebildet[3]:

siehe auch: Liste der Ratsmitglieder der Stadt Königslutter am Elm Wahlperiode 1964–1968

Bürgermeister

Seit dem 1. November 2011 ist Alexander Hoppe (SPD) Bürgermeister der Stadt.

Vorlage:Siehe auch

Ortschaft Königslutter

Der Ortsrat von Königslutter setzt sich derzeit aus elf Ratsmitgliedern zusammen. Die Sitzverteilung stellt sich seit der letzten Kommunalwahl am 12. September 2021 wie folgt dar:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2021
Sitze
2021
%
2016
Sitze
2016
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 34,67 4 35,47 4
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,40 4 36,02 4
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 13,50 1 10,75 1
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft 16,43 2 17,75 2
gesamt 100 11 100 11
Wahlbeteiligung in % 56,00 % 51,31 %

Ortsbürgermeister

Seit dem 10. November 2016 war Kurt Bötel (CDU) Ortsbürgermeister von Königslutter. Aus gesundheitlichen Gründen musste er jedoch nach acht Jahren von seinem Amt zurücktreten. Zum seinem Nachfolger wurde am 17. September 2024 Marc Schneider (CDU) gewählt. Der Rechtsanwalt erhielt eine Stimme mehr als seine Gegenkandidatin Gisela Dittmar (SPD).[4]

Wappen

Das Wappen von Königslutter ist zum ersten Mal in einer Urkunde aus dem Jahr 1470 nachgewiesen. Wahrscheinlich ist es noch älter und stammt aus der Zeit zwischen 1400 und 1409. Im goldenen Schild erhebt sich aus den silbernen Wellen der Lutter ein blauer Löwe. Es ist der landesherrlich-welfische Löwe in seiner lüneburgischen Gestalt, obwohl Königslutter nicht zum lüneburgischen Teil der welfischen Lande gehörte. Zwischenzeitlich färbte man den Löwen rot auf weißem Hintergrund. Womöglich stand das Wappen der Stadt Braunschweig als Vorbild. Diese Färbung war historisch unbegründet, da nicht die Stadt, sondern der Herzog der Erteiler aller Privilegien und Förderer des Ortes war. Ein Beschluss des braunschweigischen Prinzregenten Albrecht vom 14. August 1905 bereinigte die Situation und setzte Gestalt und Färbung des Wappens in der heutigen Form fest.

Städtepartnerschaften

Königslutter am Elm unterhält drei Städtepartnerschaften:

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

  • Museen der Stadt Königslutter mit:
    • Museum zur Stadtgeschichte
    • Dombauhütte
    • Museum Mechanischer Musikinstrumente (MMM)
    • Otto-Klages-Sammlung (geologische Privatsammlung)
  • Geopark-Informationszentrum (GeoPark Harz. Braunschweiger Land. Ostfalen - Teilgebiet Braunschweiger Land)
  • Freilicht- und Erlebnismuseum Ostfalen (FEMO)

Bauwerke

  • Marktplatz mit Stadtkirche
  • Stiftskirche St. Peter und Paul (Kaiserdom) mit Kaiser-Lothar-Linde
  • Lutterspring, eigentlich Abt-Johann-Fabricius-Quelle. Quellenhaus aus Elmkalkstein von 1708, das nach dem Bauherrn, einem Abt des Kaiserdoms in Königslutter, benannt wurde. Die Quelle des Baches Lutter tritt hier mit der Lutterquelle am Elmrand hervor. Es handelt sich um eine der stärksten Quellen im norddeutschen Raum mit einer durchschnittlichen Schüttung von 230 Litern in der Sekunde (20.000 m³ am Tag). Sie wird noch heute zur Trinkwassergewinnung genutzt. Lutterspring ist ein touristisches Ausflugsziel für Elmbesucher.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Zwischen Königslutter und Schöppenstedt findet seit dem Jahr 1866 das traditionelle Elm-Bergturnfest am Tetzelstein statt, ein jährlich organisiertes Bergsportfest, das zweitälteste in Deutschland.
  • Seit 1982 findet jeden Sommer im Umkreis des Kaiserdoms das Domfest statt.[5]
  • Seit 1989 wird auf dem Marktplatz das Ducksteinfest veranstaltet, das von der Hersteller-Brauerei gesponsert wird.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Etwa sechs Kilometer nördlich der Kernstadt und nördlich des Ortsteils Ochsendorf verläuft die Bundesautobahn 2. Mitten durch Königslutter führt die Bundesstraße 1. Mit dem Bahnhof Königslutter an der Bahnstrecke Braunschweig–Magdeburg ist Königslutter ein Halt der RegionalBahn; dadurch werden schnelle Anschlüsse nach Braunschweig und Helmstedt erreicht. Zusätzlich bestehen über RegioBusse Anschlüsse in die nahegelegenen Orte.

Ansässige Unternehmen

Das AWO Psychiatriezentrum ist ein Fachkrankenhaus der Arbeiterwohlfahrt. Es hat 508 stationäre und 91 teilstationäre Patientenplätze sowie 91 weitere Plätze in der Klinik für forensische Psychiatrie. Das Unternehmen beschäftigt rund 1.000 Personen, verfügt über etwa 100 Ausbildungsplätze und ist damit der größte Arbeitgeber im Landkreis Helmstedt. Das AWO Psychiatriezentrum ist Pflichtversorger für rund 880.000 Menschen.[6]

Öffentliche Einrichtungen

Die Stadt verfügt über eine Freiwillige Feuerwehr.

Bildung

Überregionale Bildungsstätten

  • Steinmetzschule Königslutter, Berufsbildende Schule (seit 1941 unmittelbar neben dem Kaiserdom und seit 1985 in unmittelbarer Nähe des Steinmetzzentums)
  • Steinmetzzentrum - Bildungszentrum für das Steinmetz- und Bildhauerhandwerk der Handwerkskammer Braunschweig (seit 1981)

Allgemeinbildende Schulen

Förderschulen

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Literatur

  • Jürgen Diestelmann, Wulf Schadendorf: Stiftskirche zu Königslutter (Kleine Kunstführer für Niedersachsen, Heft 9). 6. Auflage, Göttingen 1985
  • Thomas Gädeke, Martin Gosebruch: Königslutter - Die Abtei Kaiser Lothars (Die Blauen Bücher). Fotos von Jutta Brüdern. 3. durchgesehene Auflage, Königstein im Taunus. 1998, ISBN 3-7845-4822-9
  • Stadt Königslutter (Hrsg.): 850 Jahre Kaiserdom 1135–1985. Königslutter 1985.
  • Heinz Bruno Krieger: Elmsagen

Einzelnachweise

  1. Hauptsatzung der Stadt (PDF), abgerufen am 28. Oktober 2014
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 271-272.
  3. Dirk Fochler: Friedrich Maushake ist neuer Ratsvorsitzender in Königslutter. 5. November 2021, abgerufen am 6. November 2021.
  4. Dirk Fochler: Königslutter: Schneider folgt auf Bötel als Ortsbürgermeister. In: Braunschweiger Zeitung / Helmstedter Nachrichten. 19. September 2024, abgerufen am 26. September 2024.
  5. [1]
  6. Fakten zum AWO Psychiatriezentrum, abgerufen am 6. August 2014
  7. Hugo Thielen: Culemann, (1), Friedrich Bernhard. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 119.