Franz Schönemann: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Franz Schönemann''' (* 3. September [[1868]] in Seesen; † 19. April [[1953]] in [[Rottorf]]) war ein deutscher Jurist, [[Gutsbesitzer]] und [[Politiker]]. Von [[1898]] bis [[1919]] war er [[Liste der Bürgermeister von Helmstedt|Bürgermeister]] der Kreisstadt [[Helmstedt]] im [[Landkreis Helmstedt]] in Niedersachsen in Deutschland und von [[1920]] bis [[1922]] Mitglied der Braunschweigischen Landesversammlung.
'''Franz Schönemann''' (* 3. September [[1868]] in Seesen; † 19. April [[1953]] in [[Rottorf]]) war ein deutscher Jurist und von 1898 bis 1919 [[Liste der Bürgermeister von Helmstedt|Bürgermeister]] von [[Helmstedt]].


== Leben ==
== Leben ==
Schönemann hatte das Amt des Bürgermeisters, um das sich neben ihm sieben weitere Juristen beworben hatten, von 1898 bis zum 31. September 1919 inne. Während seiner Amtszeit wurde 1903 das Stadthaus abgerissen und Ende 1905 das neue [[Rathaus (Helmstedt)|Rathaus]] fertiggestellt. Im Jahr 1904 wurde auf seine Initiative hin nach den Plänen des Stadtbaumeisters [[Gustav Schellenberg|Schellenberg]] aufgrund eines Entwurfs der Firma L. Otten aus Bremen das Helmstedter Wasserwerk am [[Strohmühlenteich]] errichtet. Von dieser Zeit an gab es nur noch Wasser aus diesem Wasserwerk. Schönemann hatte die Schwierigkeiten des Ersten Weltkrieges und die noch größeren im Jahr danach zu bewältigen. Durch seine Position als Landtagsabgeordneter in Braunschweig schaffte er es mit viel Glück und Geschick, das Beste für die Stadt Helmstedt herauszuholen. Schönemanns Nachfolger im Amt des Bürgermeisters wurde [[Hermann Velke]].<ref name="Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt">{{Literatur |Autor=[[Hans-Ehrhard Müller]] |Titel=Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt |Auflage=2 |Verlag= |Ort= |Datum=2004 |ISBN= |Seiten=527, 581}}</ref>
Schönemann wurde am 3. September [[1868]] in Seesen als Sohn eines Richters geboren. Nach dem Besuch des Braunschweigischen Gymnasiums in Holzminden absolvierte er von [[1889]] bis [[1890]] seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger. Anschließend studierte er Rechtswissenschaft an der Universität Jena und trat [[1889]] der ''Burschenschaft Teutonia Jena'' bei. Er legte [[1892]] das Erste und [[1896]] das Zweite juristische Staatsexamen ab und wurde zum Dr. iur. promoviert. Beruflich war er zunächst als Gerichtsassessor am Amtsgericht Holzminden tätig, danach als Regierungsassessor bei der Kreisdirektion Holzminden.


[[1898]] übernahm Schönemann das Amt des [[Liste der Bürgermeister von Helmstedt|Bürgermeisters]] von Helmstedt, auf das sich insgesamt acht Juristen beworben hatten. Seine Amtszeit endete am 31. September [[1919]]. Während dieser Zeit kam es zu mehreren städtischen Bau- und Infrastrukturmaßnahmen. [[1903]] wurde das [[Rathaus (Helmstedt)|Stadthaus]] abgebrochen; Ende [[1905]] wurde das neue [[Rathaus (Helmstedt)|Rathaus]] fertiggestellt. [[1904]] entstand auf seine Initiative hin nach Plänen des Stadtbaumeisters [[Gustav Schellenberg|Schellenberg]] und auf Grundlage eines Entwurfs der Firma L. Otten aus Bremen das Wasserwerk am [[Strohmühlenteich]], das fortan die Wasserversorgung übernahm. Seine Amtszeit fiel zudem in die Zeit des Ersten Weltkriegs und die unmittelbar folgende Nachkriegsphase. Nachfolger im Bürgermeisteramt wurde [[Hermann Velke]].<ref name="Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt">{{Literatur |Autor=[[Hans-Ehrhard Müller]] |Titel=Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt |Auflage=2 |Verlag= |Ort= |Datum=2004 |ISBN= |Seiten=527, 581}}</ref>
[[Datei:Zuckerfabrik zu Königslutter 1920.jpg|mini|Aktie der [[Zuckerfabrik Königslutter|Zuckerfabrik zu Königslutter]] vom 1. Mai [[1920]], als Franz Schönemann deren Aufsichtsratsvorsitzender war.]]
Im [[Helmstedter Kreisblatt]] war über ihn Folgendes zu lesen:
Im [[Helmstedter Kreisblatt]] war über ihn Folgendes zu lesen:
:''„Um nur einiges aus seiner Tätigkeit herauszugreifen, sei auf das Armenhaus, das Rathaus, das Wasserwerk, Kapelle des Stephani-Friedhof, die [[Ernst-August-Schule]], Erweiterung der Landwirtschaftlichen Schule, Erweiterung des Krankenhauses, Ausbau der Kanalisation und Neubau des Waisenhauses hingewiesen. Es sind dies Arbeiten, die in die Augen springen: unbemerkt von den meinsten ist jedoch von Bürgermeister Schönemann eine ganz ungeheure Arbeit in den Mauern des Rathauses geleistet, die nur der zu würdigen versteht, der sie kennt.“''<ref name="Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt"/>
:''„Um nur einiges aus seiner Tätigkeit herauszugreifen, sei auf das Armenhaus, das [[Rathaus (Helmstedt)|Rathaus]], das Wasserwerk, Kapelle des Stephani-Friedhof, die [[Ernst-August-Schule]], Erweiterung der [[Lademann-Realschule|Landwirtschaftlichen Schule]], Erweiterung des [[Kreiskrankenhaus St. Marienberg|Krankenhauses]], Ausbau der Kanalisation und Neubau des Waisenhauses hingewiesen. Es sind dies Arbeiten, die in die Augen springen: unbemerkt von den meinsten ist jedoch von Bürgermeister Schönemann eine ganz ungeheure Arbeit in den Mauern des [[Rathaus (Helmstedt)|Rathaus]]es geleistet, die nur der zu würdigen versteht, der sie kennt.“''<ref name="Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt"/>
 
Nach dem Ende seiner Amtszeit zog Schönemann mit seiner Ehefrau, die er 1899 geheiratet hatte, auf sein Rittergut in [[Rottorf]]. Dort widmete er sich der Landwirtschaft. Gegen Ende der 1930er Jahre verpachtete er den Betrieb an seinen Sohn. Der Erwerb des Gutes war auch durch das Vermögen seiner Frau ermöglicht worden.<ref name="Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt"/>


Nach seiner Amtszeit zog Schönemann mit seiner Frau auf sein Rittergut nach Rottorf. Dies hatte er sich auch mit dem Vermögen seiner Frau gekauft. Dort starb er am 19. April 1953.<ref name="Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt"/>
Politisch gehörte Schönemann vom 9. März [[1920]], als er für den verstorbenen Rudolf Marschall nachrückte, bis [[1922]] der Braunschweigischen Landesversammlung an. Dort war er Mitglied der Fraktion Braunschweigischer Landeswahlverband.
 
Daneben war er Vorstandsvorsitzender der [[Zuckerfabrik Königslutter]] sowie Vorstandsmitglied der Braunschweiger Ritterschaft.
 
Franz Schönemann starb am 19. April [[1953]] in [[Rottorf]].
 
== Literatur ==
* Helge Dvorak: ''Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft.'' Band I: ''Politiker.'' Teilband 5: ''R–S.'' Winter, Heidelberg 2002, ISBN 3-8253-1256-9, S. 305–306.
* Beatrix Herlemann, Helga Schatz: ''Biographisches Lexikon niedersächsischer Parlamentarier 1919–1945'' (= ''Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen.'' Band 222). Hahnsche Buchhandlung, Hannover 2004, ISBN 3-7752-6022-6, S. 323.


== Einzelnachweise ==
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Aktuelle Version vom 28. Januar 2026, 16:25 Uhr

Franz Schönemann (* 3. September 1868 in Seesen; † 19. April 1953 in Rottorf) war ein deutscher Jurist, Gutsbesitzer und Politiker. Von 1898 bis 1919 war er Bürgermeister der Kreisstadt Helmstedt im Landkreis Helmstedt in Niedersachsen in Deutschland und von 1920 bis 1922 Mitglied der Braunschweigischen Landesversammlung.

Leben

Schönemann wurde am 3. September 1868 in Seesen als Sohn eines Richters geboren. Nach dem Besuch des Braunschweigischen Gymnasiums in Holzminden absolvierte er von 1889 bis 1890 seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger. Anschließend studierte er Rechtswissenschaft an der Universität Jena und trat 1889 der Burschenschaft Teutonia Jena bei. Er legte 1892 das Erste und 1896 das Zweite juristische Staatsexamen ab und wurde zum Dr. iur. promoviert. Beruflich war er zunächst als Gerichtsassessor am Amtsgericht Holzminden tätig, danach als Regierungsassessor bei der Kreisdirektion Holzminden.


1898 übernahm Schönemann das Amt des Bürgermeisters von Helmstedt, auf das sich insgesamt acht Juristen beworben hatten. Seine Amtszeit endete am 31. September 1919. Während dieser Zeit kam es zu mehreren städtischen Bau- und Infrastrukturmaßnahmen. 1903 wurde das Stadthaus abgebrochen; Ende 1905 wurde das neue Rathaus fertiggestellt. 1904 entstand auf seine Initiative hin nach Plänen des Stadtbaumeisters Schellenberg und auf Grundlage eines Entwurfs der Firma L. Otten aus Bremen das Wasserwerk am Strohmühlenteich, das fortan die Wasserversorgung übernahm. Seine Amtszeit fiel zudem in die Zeit des Ersten Weltkriegs und die unmittelbar folgende Nachkriegsphase. Nachfolger im Bürgermeisteramt wurde Hermann Velke.[1]

Aktie der Zuckerfabrik zu Königslutter vom 1. Mai 1920, als Franz Schönemann deren Aufsichtsratsvorsitzender war.

Im Helmstedter Kreisblatt war über ihn Folgendes zu lesen:

„Um nur einiges aus seiner Tätigkeit herauszugreifen, sei auf das Armenhaus, das Rathaus, das Wasserwerk, Kapelle des Stephani-Friedhof, die Ernst-August-Schule, Erweiterung der Landwirtschaftlichen Schule, Erweiterung des Krankenhauses, Ausbau der Kanalisation und Neubau des Waisenhauses hingewiesen. Es sind dies Arbeiten, die in die Augen springen: unbemerkt von den meinsten ist jedoch von Bürgermeister Schönemann eine ganz ungeheure Arbeit in den Mauern des Rathauses geleistet, die nur der zu würdigen versteht, der sie kennt.“[1]

Nach dem Ende seiner Amtszeit zog Schönemann mit seiner Ehefrau, die er 1899 geheiratet hatte, auf sein Rittergut in Rottorf. Dort widmete er sich der Landwirtschaft. Gegen Ende der 1930er Jahre verpachtete er den Betrieb an seinen Sohn. Der Erwerb des Gutes war auch durch das Vermögen seiner Frau ermöglicht worden.[1]

Politisch gehörte Schönemann vom 9. März 1920, als er für den verstorbenen Rudolf Marschall nachrückte, bis 1922 der Braunschweigischen Landesversammlung an. Dort war er Mitglied der Fraktion Braunschweigischer Landeswahlverband.

Daneben war er Vorstandsvorsitzender der Zuckerfabrik Königslutter sowie Vorstandsmitglied der Braunschweiger Ritterschaft.

Franz Schönemann starb am 19. April 1953 in Rottorf.

Literatur

  • Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 5: R–S. Winter, Heidelberg 2002, ISBN 3-8253-1256-9, S. 305–306.
  • Beatrix Herlemann, Helga Schatz: Biographisches Lexikon niedersächsischer Parlamentarier 1919–1945 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen. Band 222). Hahnsche Buchhandlung, Hannover 2004, ISBN 3-7752-6022-6, S. 323.

Einzelnachweise

  1. a b c Hans-Ehrhard Müller: Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt. 2. Auflage. 2004, S. 527, 581.