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Kurt Drechsler

aus Helmstedt-Wiki, der freien Enzyklopädie über den Landkreis Helmstedt

Kurt Bernhard Drechsler (* 25. September 1900 in Leipzig; † 15. Juni 1980 in Helmstedt) war ein deutscher Politiker (NSDAP) und von 1935 bis 1945 Bürgermeister der Kreisstadt Helmstedt im Landkreis Helmstedt in Niedersachsen in Deutschland.

Leben

Drechsler wurde am 25. September 1900 in Leipzig geboren. Nach dem Abitur absolvierte er eine Ausbildung zum Bankkaufmann.

Am 15. August 1925 heiratete Drechsler in Zwenkau Marie Margarethe geb. Heun (18911975).

Kurt Drechsler starb am 15. Juni 1980 im Kreiskrankenhaus St. Marienberg in Helmstedt im Alter von 79 Jahren. Er wohnte zuletzt an der Glockbergstraße 83 in Helmstedt. Drechsler war evangelischer Konfession.[1]

Politik

Seit 1926 war Drechsler Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Er war Stadtverordnetenvorsteher und Fraktionsvorsitzender der NSDAP im Braunschweiger Stadtparlament.[2]

Am 14. Dezember 1934, als er noch Leiter der Berufsgruppen der Deutschen Angestelltenschaft des Rheinlandes war, wurde er für eine Amtszeit von zwölf Jahren zum Bürgermeister von Helmstedt gewählt.[2]

Während seiner Amtszeit setzte Drechsler die nationalsozialistische Kommunalpolitik im Sinne des Führerprinzips um. Die kommunale Selbstverwaltung wurde faktisch aufgehoben, da die Stadtverordneten nur noch beratende Funktionen hatten. Zudem übernahm er im Zuge staatlicher Eingriffe 1938 die Verwaltung der kirchlichen Finanzen in Helmstedt.[3] Seine Verwaltungspolitik war geprägt vom Versuch, kommunale Schulden abzubauen und zugleich Arbeitsprogramme umzusetzen. In diesem Zusammenhang wurden Wohnungsbauprojekte gefördert und infrastrukturelle Maßnahmen wie der Autobahnbau wirkten sich auf die lokale Beschäftigung aus.[2]

In den Mittagsstunden des 12. April 1945 übergab Drechsler zusammen mit weiteren Stadtvertretern den westlich auf der Reichsstraße 1 (heute Bundesstraße 1) heranrückenden amerikanischen Panzerverbänden kampflos die Stadt. Drechsler hatte das Amt des Bürgermeisters vom 15. Januar 1935 bis 24. April 1945 inne, wurde anschließend interniert und später entlassen. Sein Nachfolger wurde Emil Neddermeyer.[4]

Einzelnachweise

  1. Standesamt Helmstedt, Sterberegister 1980. Signatur: NLA WO 10 Kb Zg. 2011/502 Nr. 3. In: arcinsys.niedersachsen.de. Nds. Landesarchiv, Abt. Wolfenbüttel, abgerufen am 18. April 2026 (335 / 1980).
  2. a b c Hans-Ehrhard Müller: Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt. 2. Auflage. 2004, S. 806.
  3. Hans-Ehrhard Müller: Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt. 2. Auflage. 2004, S. 807.
  4. Hans-Ehrhard Müller: Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt. 2. Auflage. 2004, S. 881.