Lauingen

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Lauingen
Wappen der Ortschaft Lauingen
Koordinaten 52° 16′ N, 10° 47′ OKoordinaten: 52° 16′ 6″ N, 10° 47′ 7″ O
Höhe 102,7 (–126,5) m ü. NHN
Fläche 11,02 km²
Einwohner 840 (31. Dez. 2011)[1]
Bevölkerungsdichte 76 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. März 1974
Eingemeindet nach Königslutter am Elm
Postleitzahl 38154
Vorwahl 05353

Lauingen bzw. Lauingen am Elm ist ein Ortsteil der Stadt Königslutter am Elm im Landkreis Helmstedt in Niedersachsen in Deutschland.

Geographie

Geographische Lage

Lauingen liegt am Nordrand des Elm in der Hügellandschaft zwischen Elm und den Naturschutzgebieten Rieseberg und Rieseberger Moor. Der landwirtschaftlich geprägte Ort wird von der Lauinger Mühlenriede durchflossen. Im Süden begrenzt die Bahnstrecke Braunschweig–Magdeburg den Ort und führt unmittelbar an der höchsten Erhebung Renzelberg vorbei.

Geologie

Die Landschaft gehört naturräumlich zum Dormhügelland, einer Untereinheit des Ostbraunschweigischen Hügellands, dessen Böden hier zwischen lösshaltigen Ackerböden und denen mit hohem Sandanteil schwanken.

Geschichte

Lauingen wurde im Jahre 854 erstmals urkundlich erwähnt und gehört damit zu den ältesten Ortschaften in der Umgebung. Um 1220 wurde der Ort Loiwinke und um 1280 Lowinge genannt. Die Edelherren von Meinersen waren hier begütert. Sie gaben um 1220 vier Hufen als Lehen an Heinrich von Schoderstedt. Um 1280 als Lehen 1½ Hufen an Ludolf von Frellstedt sowie zwei Hufen an Lippold von Wendhausen.[2]

Eingemeindung

Am 1. März 1974 wurde Lauingen in die Stadt Königslutter am Elm eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
2011 000000000000808.0000000000808
2024 000000000000840.0000000000840

Ortsname

Der Ortsname Lauingen hat im Laufe der Geschichte wandelnde Schreibweisen erfahren. Die Endung „…-ingen“ weist auf eine Gründung in der warnisch-anglischen Zeit (250-531 v.Chr., vgl. mit Süpplingen, Schöningen, u. a.). Sie kann „Haus“, „Siedlung“ oder „Grasaue“ bedeuten. Dass der erste Bestandteil des Ortsnamens den Namen des Gründers enthält, wie es oft der Fall ist, kann weder bestätigt noch verneint werden. Zu lesen sind in den Jahren 854 Lauingi, 888 Lauhingi, 1226 Loiwinke, 1318 Lowinghe, 1344 La- und Lowinge, 1400 Lonwinck, 1493 Lauwing, danach Lauingen.

Religion

Im Zentrum des Dorfes befindet sich die evangelisch-lutherische Kirche mit Kreuzgrundriss, die 1875/1876 errichtet wurde, um den gestiegenen Platzbedürfnissen gerecht zu werden.[4] Um die Kirche herum befindet sich der ehemalige Friedhof, der aber bereits vor Längerem an den südlichen Ortseingang verlegt wurde.

Pastoren

Seit Einführung der Reformation gab es in Lauingen die folgenden Pastoren:

Amtszeit Name
1542–1544 vakant (verwaltet von Bornum am Elm)
15481563 Martin Kyhne (Kyne)
15631571 Georg Valhauer
15711595 Barward Vördemann
15951625 Bernhard Knifius
16251674 Johannes Agricola
16741693 Martin Mann (seit 1671 Pfarrer adjunctus)
16931714 Andreas Pfeffer
17141722 Christoph Christian Weber
17231736 Johann Salomo Verges
17361766 Daniel Dietrich Alberti
17671775 Johann Georg Keidel
17761803 Joachim Christlieb Vogel
18041811 Johann August Ludwig Hessenmüller
18111823 Johann August Christoph Pirscher
18291840 Gottlieb Friedrich Wilhelm Bodenstein
18401842 Johann Carl Philipp August Fink
18431865 Carl Theodor Appelius (Schmidt)
18661876 Otto Wilhelm Johannes Stutzer
18761883 Armin Hermann Heinrich Hachfeld
18841913 Wilhelm Hermann Gustav Adolf Rittmeier
19141934 Theodor Wilhelm Lipsius
19341951 Paul Oscar Artur Dony
19521958 Otto Karl Georg Gravenhorst (seit 1951 Hilfsprediger)
19661968 Otto Walter Alfred Krekow (Pfarrdiakon)
19681978 Hans Joachim Schmidt
19781981 vakant
19812014 Bernd Sledzianowski
seit 2015 Reinhold Jordens-Höke (Vakanzvertretung)

Politik

Ortsrat

Ortsratswahl 2021
in Prozent
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
74,38
13,81
6,69
5,12
AR (EB)
UA (EB)
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2016
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
+12,83
+13,81
+6,69
+5,12
AR (EB)
UA (EB)

Bei den Kommunalwahl 2021 traten am 12. September in Lauingen die SPD, die AfD und die beiden Einzelwahlvorschläge Andreas Renneberg und Ulrich Albrecht an.[5]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2021
Sitze
2021
%
2016
Sitze
2016
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 74,38 5 61,55 4
Einzelwahlvorschlag Andreas Renneberg 13,81 1
Einzelwahlvorschlag Ulrich Albrecht 6,69 1
AfD Alternative für Deutschland 5,12
gesamt 100 7 100 9
Wahlbeteiligung in % 71,64 % 69,41 %

Bürgermeister

Amtszeit Name
?–? Kirchhoff
?–1933 Walter Grabenhorst
19331945 Heinz Nienstedt
19451956 Wilhelm Höpfner
19561972 Bruno Albrecht
19721986 Hinz Bartholomäus
19862001 Klaus Höpfner (SPD)
20012011 Klaus Dieter Schaper (SPD)
2011–? Michaela Römmler (SPD)

Wappen

Wie in den meisten Ortsteilen der Stadt Königslutter am Elm gab es bis 1981 in Lauingen kein Ortwappen. Nach einem Entwurf von Wilhelm Krieg wurde am 21. August 1981 vom Ortsrat die Umsetzung eines Wappens beschlossen. Das neue Wappen weihte man während des Sommerfestes im Juli 1982 feierlich ein.

Die nach dem Reformator Johannes Bugenhagen benannte, unter Denkmal- und Naturschutz stehende Bugenhagenlinde wird im Wappen durch einen zweiblättrigen Spross vertreten. Die Pflugschar verweist auf die Landwirtschaft und speziell auf das Gut Lauingen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Öffentliche Einrichtungen

Der Ort verfügt seit Juni 1875 über eine Freiwillige Feuerwehr.[6] Nachdem über viele Jahrzehnte ein Gebäude an der Kornstraße Ecke Brückentor als Feuerwehrhaus diente, wurde Anfang um die Jahrtausendwende ein neues und modernes errichtet.

Bildung

Vor Ort gibt es sowohl einen Kindergarten als auch eine Grundschule, die seit 2008 aufgrund sinkender Schülerzahlen eine Außenstelle der Grundschule Königslutter (Driebeschule) ist.[7] Das aktuell noch genutzte Schulgebäude wurde in der Nachkriegszeit errichtet und in den späten 1980er-Jahren aufgrund gestiegener Schülerzahlen um zwei Klassenräume, ein Lehrerzimmer und weitere Räume erweitert. Zuvor gab es nur zwei Klassenräume. Das alte Schulgebäude befindet sich gegenüber der Kirche und wird mittlerweile als Wohnhaus genutzt.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Stadt Königslutter am Elm: Daten. Stadt Königslutter am Elm, 30. Juni 2024, abgerufen am 10. September 2024.
  2. Peter Przybilla: Die Edelherren von Meinersen, Hrsg.: Uwe Ohainski und Gerhard Streich, Hahnsche Buchhandlung Hannover 2007, S. 504
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 272.
  4. Ev.-luth. Kirchengemeindeverband Königslutter – Lauingen. Abgerufen am 9. März 2020.
  5. Wahlergebnisse. Abgerufen am 14. September 2021.
  6. Chronik Feuerwehr Lauingen. Abgerufen am 8. April 2014.
  7. Website der Grundschule Königslutter am Elm http://www.driebeschule.de/lauingen/wirstellenunsvor/wirstellenunsvor.htm