Schöningen
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
| ||
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Helmstedt | |
| Höhe: | 126 m ü. NN | |
| Fläche: | 35,5 km² | |
| Einwohner:innen: | 10.937 (31. Dez. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 308 Einwohner:innen je km² | |
| Postleitzahlen: | 38364 | |
| Vorwahlen: | 05352 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HE | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 1 54 019 | |
| LOCODE: | DE 73U | |
| Stadtgliederung: | 3 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 1 38364 Schöningen | |
| Website: | ||
| Bürgermeister: | Malte Schneider (SPD) | |

Schöningen ist eine Stadt im Landkreis Helmstedt in Niedersachsen in Deutschland.
Geografie
Geografische Lage
Schöningen liegt am Höhenzug Elm etwa elf Kilometer südwestlich der Kreisstadt Helmstedt an der Grenze zu Sachsen-Anhalt.
Stadtgliederung
Schöningen gliedert sich mit zwei naheliegenden Ortschaften in drei Stadtteile:
- Esbeck
- Hoiersdorf
- Schöningen (Kernstadt)
Geschichte
Im Gebiet um Schöningen hielten sich bereits während der Altsteinzeit Frühmenschen auf. Innerhalb des ehemaligen Tagebaus Schöningen wurden 1994 bei Ausgrabungen die rund 200.000 Jahre alten „Schöninger Speere“ gefunden. Die Wurfgeräte sind die ältesten vollständig erhaltenen Jagdwaffen, die einen wichtigen Beleg für die aktive Jagd des Homo heidelbergensis darstellen. Die seither anhaltenden Ausgrabungen im Tagebau Schöningen führten zu weiteren bedeutenden Entdeckungen, wie dem Fund des Wurfstocks von Schöningen als ältestem Exemplar weltweit, dem Fund des Waldelefanten von Schöningen und dem Fund von mehreren Säbelzahnkatzen. 2023 wurden hier drei Fußabdrücke des Homo heidelbergensis freigelegt, die etwa 300.000 Jahre alt sein sollen und damit die ältesten jemals entdeckten menschlichen Fußabdrücke weltweit sind.[1]
Eine durchgehende Besiedlung ist für die Stadt Schöningen, die wegen ihrer Salzvorkommen besondere Bedeutung erlangte, seit etwa Christi Geburt nachweisbar. Sie war in karolingischer Zeit Königshof, wurde 747 zusammen mit Ohrum erstmals urkundlich erwähnt als „Scahaningi“ und ist damit der älteste Ort im ehemaligen Herzogtum Braunschweig. Bereits damals gab es hier die Saline Schöningen. Sowohl Pippin der Jüngere als auch Karl der Große sind auf ihren Kriegszügen in Schöningen eingezogen. 994 und 995 hielt auch König Otto III. mehrmals hier Hoflager, dessen Kanzler Erzbischof Willigis von Mainz in Schöningen geboren sein soll. Mehrere Adelsgeschlechter hatten am Elmrand ihren Sitz und im 13. Jahrhundert wurde dem Deutsch-Ritter-Orden die im Elm nahe Schöningen liegende Elmsburg übertragen. Die Edelherren von Warberg waren reichsunmittelbar und nur dem König untertan. Als das Geschlecht in Fehden verarmte, trug es seine Besitztümer den Welfen als Lehen auf. Die Welfen hatten bereits um 1347 mit dem Schloss Schöningen eine starke Befestigung zum Schutz ihrer östlichen Landesgrenze angelegt.
Von 1949 bis 1989 lag Schöningen im Zonenrandgebiet, unmittelbar an der innerdeutschen Grenze. 1976 wurde die Fußgängerzone eröffnet.[2] 1989 berichtete Der Spiegel über eine Abhörstation der NSA.[3] Am 19. November 1989 wurde im Zuge der Wende die Grenze geöffnet und die Straße in den Nachbarort Hötensleben mit der Brücke über die Schöninger Aue freigegeben.[4]
Im Jahr 1997 war Schöningen Ausrichter des Kulturfestes Tag der Braunschweigischen Landschaft.
Eingemeindungen
Am 1. April 1971 wurde ein Großteil des Gebietes der aufgelösten Gemeinde Alversdorf eingegliedert. Am 1. März 1974 kamen Esbeck und Hoiersdorf hinzu.[5]
Einwohnerentwicklung
|
|
|
|
|
|
|
Hinweis: Einwohnerzahlen von Landesamt für Statistik Niedersachsen (Bevölkerung nach Geschlecht; Fläche, Bevölkerungsdichte (Gemeinde)) sind angegeben nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1830 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter bzw. der Stadtverwaltung selbst.
Religion
Die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden mit den Kirchen Clus, St. Lorenz und St. Vincenz gehören zur Propstei Helmstedt, ebenso wie die Kirchen in den Ortsteilen Esbeck (St. Andreas) und Hoiersdorf (St. Nicolai).
Die katholische Kirche Maria Hilfe der Christen, umgangssprachlich auch kurz St. Marien genannt, befindet sich an der Anna-Sophien-Straße. Die 1907/1908 von Maximilian Jagielski erbaute Kirche ist heute eine der ältesten Kirchen im Dekanat Wolfsburg–Helmstedt. Zur Pfarrgemeinde gehört seit 2006 auch die katholische Kirche Maria von der Immerwährenden Hilfe in Jerxheim.
Die Christuskirche an der Helmstedter Straße wurde 1985 errichtet und gehört zur Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Schöningen im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (Baptisten).
Eine Neuapostolische Kirche befindet sich an der Danziger Straße. Von 1908 an bildete sich die Kirchengemeinde, sie gehört heute zum Kirchenbezirk Braunschweig. In den 1960er-Jahren wurde das erste Gotteshaus errichtet, in den 1980er-Jahren die heutige Kirche.
Ferner waren die Zeugen Jehovas in Schöningen vertreten. Zum 1. Mai 2017 wurden die Versammlungen mit denen in Helmstedt zusammengelegt.[7] Das Gemeindehaus „Königreichssaal der Jehovas Zeugen“ in Massiv- und Putzbauweise mit Satteldach aus dem Jahr 2010 stand 2018 zum Verkauf. Gebäude und Nutzfläche wurden mit knapp 180 m² angegeben.[8]
Politik
Gemeinderat
Bei der Gemeinderatswahl gaben 4.720 von 9.448 wahlberechtigten Personen ihre Stimmen ab. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,96 %.[9] Der Rat der Stadt Schöningen zählt 28 Ratsmitglieder. Die Sitzverteilung stellt sich seit der letzten Kommunalwahl am 12. September 2021 wie folgt dar:
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2021 |
Sitze 2021 |
% 2016 |
Sitze 2016 |
% 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 | |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 40,13 | 11 | 39,38 | 11 | 57,73 | 17 | 52,81 | 16 | ||
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 30,21 | 8 | 34,64 | 10 | 28,25 | 9 | 29,78 | 9 | ||
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 10,25 | 3 | 6,09 | 2 | 4,90 | 2 | 3,82 | 1 | ||
| ZIEL | ZukunftsInitiative Elm-Lappwald | 9,77 | 3 | 5,00 | 1 | — | — | — | — | — | — |
| AfD | Alternative für Deutschland | 6,85 | 2 | — | — | — | — | — | — | — | — |
| LINKE | Die Linke | 2,79 | 1 | — | — | — | — | — | — | ||
| UWG | Unabhängige Wählergemeinschaft | — | — | 10,04 | 3 | 8,08 | 2 | 9,44 | 3 | ||
| Einzelbewerber Schliephake | — | — | 2,08 | 1 | — | — | — | — | — | — | |
| FDP | Freie Demokratische Partei | — | — | 1,99 | — | 1,02 | – | 4,13 | 1 | ||
| Einzelbewerber Schwarzer | — | — | 0,78 | — | — | — | — | — | — | — | |
| Gesamt | 100 | 28 | 100 | 28 | 100 | 30 | 100 | 30 | |||
| Wahlbeteiligung | 49,96 % | 47,92 % | 50,22 % | 46,66 % | |||||||
→ siehe auch: Liste der Ratsmitglieder der Stadt Schöningen Wahlperiode 2021–2026, …, 1981–1986, …, 1964–1968
Bürgermeister
In der Direktwahl am 10. September 2006 wurde Matthias Wunderling-Weilbier (parteilos) mit Wirkung vom 1. November 2006 zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt. Am 1. November 2011 trat dieser nach seinem Sieg bei der Direktwahl im selben Jahr das Amt des Landrates des Landkreises Helmstedt an. Bis zur Wahl eine:r neuen Bürgermeister:in am 26. Februar 2012 übernahm der Erste Stadtrat Peter Voß die Verwaltungsaufgaben. Repräsentativ wurde das Amt vorläufig vom 1. Stellvertretenden Bürgermeister Siegfried Pause übernommen. Vom 1. März 2012 bis 29. Februar 2020 bekleidete der parteilose Henry Bäsecke das Amt des Stadtoberhauptes. Seit dem 1. März 2020 ist der Jurist Malte Schneider Oberhaupt der Stadt, der sich bei der Bürgermeister:innenwahl am 10. November 2019 mit 66,13 Prozent der Stimmen gegen den CDU-Politiker Markus Sobotta durchsetzte.
Städtepartnerschaften
Schöningen unterhält vier Städtepartnerschaften:
Oschersleben in Deutschland seit dem 2. Februar 1990
Beni Hassen in Tunesien seit dem 26. März 1995
Solotschiw in der Ukraine seit dem 14. Januar 1996
Outokumpu in Finnland seit dem 15. September 2000[14]
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Das städtische Heimatmuseum Schöningen, Markt 33, das im Herbst 1981 in dem 1593 errichteten Renaissancegebäude der alten Lateinschule „Anna-Sophianeum” wiedereröffnet wurde, gibt einen guten Überblick über die Entwicklung dieses Raumes seit der Vorgeschichte.
Das vermutliche Geburtshaus des früheren Mainzer Erzbischofs Willigis (* ca. 940; † 1011) befindet sich in der Salzstraße im Stadtzentrum. Das Mainzer Stadtwappen soll auf ihn zurückgehen. Eine Gedenktafel an dem Haus weist auf dieses Ereignis hin.
2004 wurde im Torhäuschen des Schöninger Schlosses ein Seilereimuseum eingerichtet. Dieses Museum bezog sich auf eine in Schöningen über 200-jährige Tradition. Dort konnte man unter anderem Ausstellungsstücke und Seilerwerkzeuge aus früherer Zeit besichtigen. Anfang 2020 wurde das Seilereimuseum geschlossen, da der Museumsbetreiber, Seilermeister Walter Lutze, verstorben war, und sein Nachlass dem geplanten Deutschen Hafenmuseum in Hamburg zur Verfügung gestellt wurde.[15] Im Torhäuschen ist seit 2021 eine Ausstellung über die Bergbaugeschichte Schöningens zu sehen.[16]
Der Bundesnachrichtendienst (BND) betreibt seit Ende der 1950er-Jahre mit der BND-Außenstelle Schöningen gegenüber dem Golfplatz am Waldrand eine große Abhöranlage unter dem Decknamen der „Bundesstelle für Fernmeldestatistik“. Hier sind mehrere große Satellitenspiegel zu sehen.
Musik
Seit 2017 veranstaltet der gebürtige Schöninger Fabian Riaz, Teilnehmer an The Voice of Germany und All together now, jährlich das Riaz and Friends-Konzert (mit Unterbrechung während der Covid-19-Pandemie)[17] in der Stadt.[18] Regelmäßige Gastkünstler sind The Voice-Siegerin Jamie-Lee Kriewitz, DSDS-Sieger Sem Eisinger sowie The Voice-Finalist Ayke Witt.[19]
Bauwerke
Schloss

Der Schlossbau beruht auf Welfenherzog Magnus, der hier um 1350 ein Jagdschloss errichten ließ. Es diente gleichzeitig als Grenzfeste zu den Gebieten der Bischöfe von Halberstadt und Magdeburg. Die Anlage nahm Schaden, als der Schmalkaldische Bund gegen Herzog Heinrich den Jüngeren in einen Religionskrieg zog. Das Schloss wurde später in ein Wohngebäude umgestaltet und diente zwischen 1568 und 1659 drei Braunschweiger Herzoginnen, Sophia Jagiellonica (Sophie Jagiello), Elisabeth von Dänemark und Anna Sophia von Brandenburg, als Witwensitz. Um 1644 lebte und starb hier Annas Schwester Katharina von Brandenburg. Die Schlossanlage gehörte zu den prunkvollsten Gebäuden nahe dem Elm. Sie diente den Welfenherzögen mit ihrer Residenz in Wolfenbüttel und ihrem Gefolge oft als Unterkunft bei Treibjagden im Elm. Bei einer Jagd sollen sie mit 3.000 Treibern in den Elm gezogen sein. Am 25. Januar 1681 heiratete Elisabeth Eleonore von Braunschweig-Wolfenbüttel hier Herzog Bernhard II. von Sachsen-Meiningen. 1733 übernachtete der preußische Kronprinz Friedrich – der spätere König Friedrich der Große – hier bei der Anreise zu seiner Hochzeit mit Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern im Schloss Salzdahlum.
Kloster und Kirche St. Lorenz

Die Kirche St. Lorenz geht aus einem 1120 von Bischof Reinhard von Halberstadt als Augustiner-Chorherren-Stift gegründeten Kloster hervor. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde der Hauptschiff völlig zerstört. Es entstand eine behelfsmäßige Ergänzung im spätgotischen Stil, bei der die beiden romanischen Osttürme ihre gotischen Spitzen erhielten. Seit der Säkularisation 1648 wird das Kirchengebäude von der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Schöningen genutzt. Die Baugeschichte der Kirche ist nicht vollständig bekannt. Dazu fanden von 1992 mit Unterbrechungen bis 2003 archäologische Untersuchungen statt. Dabei wurden zwischen romanischen Mauern Fundamente festgestellt, die älteren Datums sind. Seit langem wird in Schöningen eine im 8. Jahrhundert bestehende Pfalz der Karolinger als Vorposten gegen die Slawen im Osten vermutet.
Forschungsmuseum Schöningen
Das unweit der Fundstelle der Schöninger Speere gelegene Museum, das 2013 als paläon eröffnet wurde, widmet sich der interdisziplinären Erforschung der Schöninger Fundstellen sowie der pleistozänen Archäologie im früheren Braunkohletagebau. Es präsentiert in einer erlebnisorientierten Ausstellung die originalen Funde. Der transparente Forschungs- und Laborbereich sowie ein interaktives Besucherlabor sollen die Bereiche Forschung und Museum verknüpfen. Landschaftsbiotope, darunter eine Weide mit Wildpferden, veranschaulichen auf dem 34 Hektar großen Außengelände typische Pflanzengesellschaften der Warmzeit. Der Ort ist als außerschulischer Lernort anerkannt. Das paläon ging am 1. Juli 2019 nach Verlusten in Millionenhöhe[20] in die Verantwortung des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege über.
Alte Feuerwache
Die gegenüber dem Schloss Schöningen liegende Feuerwache von 1907 wurde 2019 zu einer Kaffeerösterei mit Café umgebaut. Die Feuerwehr zog am 8. November 2014 feierlich in neue Räumlichkeiten. Die alte Feuerwache musste aus Platzgründen aufgegeben werden.
Sport
In Schöningen existieren mehrere Sportvereine, die hauptsächlich Breitensport betreiben. Die erste Fußballmannschaft des FC Schöningen 08 spielte 13 Jahre lang in der höchsten niedersächsischen Amateurliga. Die Formation „Imagination“ des TC Schöningen startet seit 2005 erfolgreich in der 1. Bundesliga Jazz und Modern Dance im Deutschen Tanzsportverband und ist seit 2008 international erfolgreich. Der MTV Schöningen der älteste und größte Turnverein der Stadt und einer der ältesten Sportvereine im ehemaligen Herzogtum Braunschweig. Der Breitensportverein verfügt über eine etwa 1,5 ha große Sportanlage mit vier Tennisplätzen, Laufbahnen, Weitsprunganlage, Hartplatz und einer Beachvolleyballanlage sowie einem etwa 150 m² großen Übungsraum.
Neben dem größeren Elmstadion können noch mehrere Hallen genutzt werden. Zusätzlich ist ein Schwimmbad vorhanden, das Badezentrum Negenborn. Dieses besitzt neben einem 50 m Wettkampfbecken und einer 115 m Riesenrutsche einen Whirlpool, eine Sauna und eine Liegewiese im Freien.
Im Norden befindet sich in direkter Nähe zum St.-Lorenz-Kloster der Golfplatz des GLC St. Lorenz Schöningen.
Regelmäßige Veranstaltungen
- Einmal im Jahr wird auf dem Markt das Altstadtfest ausgerichtet.
- Seit 2005 findet das Open Air Kino auf dem Hof des Schloss Schöningen statt.
- Seit 2024 findet jährlich das Fiebig Open Air statt.
Wirtschaft und Infrastruktur
Unternehmen
In Schöningen hat die Bankhaus Rautenschlein AG ihren Sitz, eine auf den Agrar- und Landwirtschaftssektor spezialisierte Privatbank.
1998 wurde im Stadtgebiet die Abfallverwertungsanlage Helmstedt in Betrieb genommen.
Medien
Die lokale Berichterstattung wird von der Braunschweiger Zeitung und dem Helmstedter Sonntag übernommen. Letztere ist eine durch Anzeigen finanzierte Wochenzeitung. Seit 2013 wird in Schöningen das Special-Interest-Printmagazin „Neon Zombie – Das Magazin für phantastisches Kino und filmische Popkultur!“ publiziert und weltweit vertrieben.
Öffentliche Einrichtungen
Die Stadt verfügt über eine Freiwillige Feuerwehr.
Bis 1973 bestand das Amtsgericht Schöningen. Seit dem 1. Juli 1973 gehört der Zuständigkeitsbereich zum Amtsgerichts Helmstedt.[21]
Die Jugendherberge Schöningen des Deutschen Jugendherbergswerkes befand sich westlich der Stadt, am Rand des Elms gelegen. Die zu ihr führende Straße ist nach Richard Schirrmann, dem Gründer des Deutschen Jugendherbergswerkes, benannt. Bereits 1935 entstand die erste Jugendherberge in Schöningen, 1975 wurde daneben die heutige Herberge errichtet. Im Gebäude der ersten Herberge befand sich danach einige Zeit die Gaststätte Elmstübchen.
Bildung
In der Stadt Schöningen gibt es die Schulformen der Primarstufe sowie der Sekundarstufen I und II. Dazu zählen die Grundschule Schöningen, Hauptschule Eichendorffschule, Realschule Schöningen und das Gymnasium Anna-Sophianeum. Die Förderschule Comeniusschule ist in den Helmstedter Stadtteil Büddenstedt umgezogen.
Verkehr
Straßenverkehr
Über die Bundesstraße 244 in Fahrtrichtung Helmstedt hat die Stadt Schöningen Anschluss an die A 2 (Hannover-Berlin). Des Weiteren beginnt die Bundesstraße 82, die durch den Harz bis zur Anschlussstelle Rhüden an der Bundesautobahn 7 (Hannover-Kassel) führt, am Stadtrand von Schöningen. Durch Schöningen führen auch die Deutsche Fachwerkstraße und die Deutsche Ferienroute Alpen-Ostsee.
Schienenverkehr

Der Bahnhof Schöningen war über die Bahnstrecke Jerxheim–Helmstedt, die Bahnstrecke Braunschweig–Schöningen und die Bahnstrecke Eilsleben–Schöningen, der Bahnhof Schöningen Süd über die Bahnstrecke Oschersleben–Schöningen erreichbar. Alle diese Bahnstrecken sind stillgelegt. Im Dezember 2007 fuhr der letzte Zug vom Bahnhof Schöningen ab.[22]
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
In Klammern das Jahr der Ernennung.
Ehrenbürgermeister
In Klammern das Jahr der Ernennung.
Söhne und Töchter der Stadt
- Willigis (* ca. 940; † 1011), Erzbischof von Mainz
- Brandes, Patrizierfamilie und Mäzene der Julius-Universität stammt aus Schöningen
- Andreas Heinrich Bucholtz (1607–1671), lutherischer Theologe
- Christoph Joachim Bucholtz (1607–1679), deutscher Rechtswissenschaftler und Bürgermeister von Hameln
- Sigismund Andreas Cuno (1675–1747), deutscher Pädagoge und Heimatforscher
- Rudolf August Nolte (1703–1752), Jurist und Historiker
- Theodor Christoph Grotrian (1755–1829), Generalsuperintendent in Holzminden und Verleger
- Dietrich Joachim Theodor Cunze (1760–1822), Rektor des Anna-Sophianeums und Pastor
- Johann Friedrich Anton Dehne (1787–1856), Pharmazeut und Naturforscher
- Friedrich Grotrian (1803–1860), Instrumentenbauer
- Frederick Langenheim (1809–1879), deutsch-amerikanischer Fotograf und Erfinder
- Bernhard Ornstein (1809–1896), Mediziner, Generalarzt in Griechenland
- Wilhelm Lefeldt (1813–1913), Ingenieur, Erfinder und Maschinenbauer
- Hermann Münchmeyer der Ältere (1815–1909), Kaufmann, Bankier und Konsul von Haiti
- Fritz Heckner (1826–1904), Fabrikant und Verleger
- Heinrich Wilhelm Appel (1850–1923), Kaufmann und Fabrikant
- Rudolf Sachtleben (1856–1917), Chemiker und Unternehmer
- Otto Rasche (1859–1933), Architekt und Braunschweiger Kommunalpolitiker
- Otto Schütte (1860–1920/1924), Gymnasialprofessor und Lokalhistoriker in Braunschweig
- Bruno Schrader (1861–1926), Pianist, Komponist und Musikschriftsteller
- Gustav Philipp Hermann Brandes (1862–1941), Zoologe, mit besonderen Verdiensten als Parasitologe, Hochschullehrer sowie Zoodirektor in Halle und später Dresden
- Wilhelm August Pfitzinger (1864–1939), Chemiker, entdeckte 1886 die nach ihm benannte Pfitzinger-Reaktion
- Alfred Forke (1867–1944), deutscher Sinologe
- Kurt Strümpell (1872–1923), Kolonialoffizier und Afrika-Forscher
- Karl Rose (1886–1985), Mittelschulrektor, Gründer des Heimatmuseums und erster Vorsitzender des Schöninger Heimatvereins, Verfasser von Heimatbüchern, Ehrenbürger der Stadt
- Paul Fanger (1889–1945), Marineoffizier, zuletzt Admiral im Zweiten Weltkrieg
- Otto Rodewald (1891–1960), Maler und Grafiker
- Alfred Tack (1898–1970), Politiker
- Edith Müller-Ortloff (1911–1994), Textilkünstlerin
- Johannes Hamel (1911–2002), deutscher Theologe (DDR)
- Hermann Klaue (1912–2001), Ingenieur und Erfinder
- Alfred Schliestedt (1921–1963), Bundestagsabgeordneter
- Helga Pilarczyk (1925–2011), Opernsängerin (Sopran)
- Henning Piper (1931–2012), deutscher Richter am OLG Dresden, Honorarprofessor
- Horst Voigt (1933–2023), niedersächsischer Politiker (SPD)
- Udo Köneke (* 1938), niedersächsischer Politiker (SPD) und Mitglied des Niedersächsischen Landtages
- Rolf-Dieter Backhauß (* 1941), ehemaliger Niedersächsischer Landtagsabgeordneter
- Jürgen Baumert, (* 1941), Bildungsforscher
- Ilse Stiewitt (* 1943), Sozialwirtin und Politikerin (SPD)
- Reimar Oltmanns (* 1949), Journalist und Buchautor
- Gertrud Böttcher (* 1940?), erste Pastorin der Evangelischen Landeskirche Braunschweig, Gemeindepfarrerin von St. Lorenz
- Peter Hayduk (1953–2026), ehemaliger Fußballspieler und -trainer
- Matthias Wunderling-Weilbier (* 1963), Politiker (SPD)
- Sebastian Dießner (* 1980), Kapitän und Präsident des Verbandes Deutscher Kapitäne und Schiffsoffiziere e. V.
- Hans-Werner Else, Rektor der Esbecker Schule, Heimatkundler und Verfasser von Heimatbüchern
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
- Sophia Jagiellonica (1522–1575), eigentlich Zofia Jagiellonka, polnische Prinzessin aus dem Adelsgeschlecht der Jagiellonen, ab 1556 durch Heirat Herzogin von Braunschweig-Wolfenbüttel
- Katharina von Brandenburg (1602–1644), Prinzessin von Brandenburg und durch Heirat nacheinander Fürstin von Siebenbürgen und Herzogin von Sachsen-Lauenburg, von 1629 bis 1630 Fürstin von Siebenbürgen, verzichtete aber wieder auf die Regentschaft
- Joachim Johann Mader (1626–1680), Historiker und Pädagoge, war von 1651 bis 1680 Rektor des Gymnasiums
- Johann Friedrich Nolte (1694–1754), Schulleiter des Gymnasiums und Philologe
- William Carl Adam Freiherr von Seckendorff (1799–1863), Bergbaubeamter, Mineraloge und Salinendirektor in Schöningen
- Alfred Burgemeister (1906–1970), CDU-Politiker, Mitglied des Bundestages
- Alfred Schliestedt (1921–1963), Pädagoge und Politiker (SPD)
- Fritz Bäther (1928–1979), Politiker (SPD)
- Konrad Velensek (1942–2024), Boxeuropameister im Halbschwergewicht 1971
- Hartmut Thieme (* 1947), prähistorischer Archäologe, der von 1981 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2012 beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege tätig war. Sein Spezialgebiet war die Altsteinzeit. 1994 entdeckte er die altsteinzeitlichen Schöninger Speere bei Ausgrabungen im Braunkohletagebau Schöningen.
- Hermann Lühr (* 1953), deutscher Autor
Literatur
- Martin Zeiller: S. Lorentij Closter. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Ducatus Brunswick et Lüneburg (= Topographia Germaniae. Band 15). 1. Auflage. Matthaeus Merians Erben, Frankfurt am Main 1654, S. 138 (Volltext [Wikisource]).
- Martin Zeiller: Schöningen. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Ducatus Brunswick et Lüneburg (= Topographia Germaniae. Band 15). 1. Auflage. Matthaeus Merians Erben, Frankfurt am Main 1654, S. 185–186 (Volltext [Wikisource]).
- Christof Römer: Schöningen – die östliche Residenzstadt des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel (= Beiträge zur Geschichte des Landkreises und der ehemaligen Universität Helmstedt. 5, ISSN 0175-4610). Landkreis Helmstedt, Helmstedt 1982.
- Elke Stern: Söhne und Töchter der Stadt Schöningen. Schöningen 2021.
Weblinks
- Stadt Schöningen Offizielle Website
- Stadt Schöningen bei Facebook
- Stadt Schöningen bei Instagram
- Schöningen auf der Website Im Braunschweiger Land – zwischen Harz und Heide
- Literatur von und über Schöningen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
- ↑ 300.000 Jahre alte Fußspuren entdeckt auf tagesschau.de vom 12. Mai 2023
- ↑ Geschichte 1970 bis 1979 auf Internetpräsenz des Landkreises Helmstedt ( vom 25. Februar 2018 im Internet Archive), abgerufen am 25. Februar 2018
- ↑ NSA: Amerikas großes Ohr, Der Spiegel, Heft 8/1989.
- ↑ Günter Schwulera (Hg.): Hötensleben. Geschichte des Ortes von 1016 bis 2006. Geiger, Horb 2007, ISBN 978-3-86595-224-0, S. 58.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 271-272.
- ↑ https://www.mtv-schoeningen.de/verein/historisches
- ↑ https://jehovaszeugen.de/wp-content/uploads/sites/5/2022/07/Amtsblatt_2017_Nr._3.pdf
- ↑ https://www.facebook.com/ZJinfo/posts/pfbid02G3xscWMnV23vsTo77K2Cdbd6DtapUwVSvEtcPx1ywoRfxdC4cCpcB4tY9n4AS4qSl
- ↑ https://votemanager.kdo.de/20210912/03154019/praesentation/ergebnis.html?wahl_id=222&stimmentyp=0&id=ebene_3_id_242
- ↑ Stadt Schöningen: Kommunalwahl in der Stadt Schöningen (Wahl zum Stadtrat Schöningen, Gesamtergebnis), 11. September 2011.
- ↑ Stadt Schöningen: Kommunalwahl in der Stadt Schöningen (Wahl zum Stadtrat Schöningen, Sitzverteilung), 11. September 2011.
- ↑ schoeningen.de
- ↑ Kommunalwahl - Übersicht der Schöninger Wahlergebnisse. 14. September 2021, abgerufen am 6. Februar 2025.
- ↑ http://www.finland.de/dfgnrw/let07-00.htm
- ↑ Markus Brich: Schöninger Seilereimuseum zieht in den Hamburger Hafen. In: Helmstedter-Nachrichten.de. BZV Medienhaus GmbH, 14. Januar 2020, abgerufen am 19. April 2020.
- ↑ Markus Brich: Bergbautradition hat in Schöningen eine neue Heimat. In: Helmstedter Nachrichten. Beilage Zukunft in Helmstedt. Ausgabe vom 25. November 2021.
- ↑ Anmeldung • Instagram. Abgerufen am 17. Juni 2023.
- ↑ Niklas Eppert: Riaz und Witt holen „The Voice“-Stars nach Schöningen. 9. September 2022, abgerufen am 17. Juni 2023.
- ↑ Markus Brich: DSDS-Gewinner Sem Eisinger tritt in Schöningen auf. 16. April 2023, abgerufen am 17. Juni 2023.
- ↑ Die ältesten Speere der Menschheit bewundern bei ndr.de vom 19. Mai 2020
- ↑ Amtsgericht Helmstedt: Aus der Geschichte des Amtsgerichts Helmstedt
- ↑ Schöninger Bahnhof - Gestern, Heute und in Zukunft - Teil 1. helmstedter-sonntag.de, 23. Oktober 2019, abgerufen am 18. Mai 2021.