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Kurt Drechsler: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Curt Drechsler''' (<!--* ?; -->† [[1980]] in [[Helmstedt]]) war ein deutscher Politiker ([[NSDAP]]) und von 1935 bis 1945 [[Liste der Bürgermeister von Helmstedt|Bürgermeister]] von [[Helmstedt]].
'''Kurt Bernhard Drechsler''' (* 25. September [[1900]] in Leipzig; † 15. Juni [[1980]] in [[Helmstedt]]) war ein deutscher Politiker ([[NSDAP]]) und von [[1935]] bis [[1945]] [[Liste der Bürgermeister von Helmstedt|Bürgermeister]] der Kreisstadt [[Helmstedt]] im [[Landkreis Helmstedt]] in Niedersachsen in Deutschland.


== Leben ==
== Leben ==
Nach dem Abitur hatte Drechsler Bankkaufmann gelernt. Seit [[1926]] war er Mitglied der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei]] ([[NSDAP]]). Bevor er Bürgermeister von [[Helmstedt]] wurde, war er Stadtverordnetenvorsteher und Fraktionsvorsitzender der [[NSDAP]] im Braunschweiger Stadtparlament gewesen. Zur Zeit der Bürgermeisterwahl war er Leiter der Berufsgruppen der Deutschen Angestelltenschaft des Rheinlandes. In den Mittagsstunden des 12. April [[1945]] übergab Drechsler zusammen mit weiteren Stadtvertretern den westlich auf der [[Reichsstraße 1]] (heute [[Bundesstraße 1]]) heranrückenden amerikanischen Panzerverbänden kampflos die Stadt. Drechsler hatte das Amt des Bürgermeisters vom 15. Januar [[1935]] bis 24. April [[1945]] inne. Sein Nachfolger wurde [[Emil Neddermeyer]].<ref>{{Literatur |Autor=[[Hans-Ehrhard Müller]] |Titel=Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt |Auflage=2 |Verlag= |Ort= |Datum=2004 |ISBN= |Seiten=806}}</ref>
Drechsler wurde am 25. September [[1900]] in Leipzig geboren. Nach dem Abitur absolvierte er eine Ausbildung zum Bankkaufmann.
 
Am 15. August [[1925]] heiratete Drechsler in Zwenkau Marie Margarethe geb. Heun ([[1891]]–[[1975]]).
 
Kurt Drechsler starb am 15. Juni [[1980]] im [[Kreiskrankenhaus St. Marienberg]] in [[Helmstedt]] im Alter von 79 Jahren. Er wohnte zuletzt an der [[Glockbergstraße]] 83 in [[Helmstedt]]. Drechsler war evangelischer Konfession.<ref>{{Internetquelle| url=https://www.arcinsys.niedersachsen.de/arcinsys/detailAction.action?detailid=v3750401&icomefrom=search| titel=Standesamt Helmstedt, Sterberegister 1980| abruf=2026-04-18| titelerg=Signatur: NLA WO 10 Kb Zg. 2011/502 Nr. 3 | hrsg=Nds. Landesarchiv, Abt. Wolfenbüttel | werk=arcinsys.niedersachsen.de| kommentar=335 / 1980}}</ref>
 
== Politik ==
Seit [[1926]] war Drechsler Mitglied der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei]] ([[NSDAP]]). Er war Stadtverordnetenvorsteher und Fraktionsvorsitzender der [[NSDAP]] im Braunschweiger Stadtparlament.<ref name="Helmstedt-Chronik 806">{{Literatur |Autor=[[Hans-Ehrhard Müller]] |Titel=Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt |Auflage=2 |Verlag= |Ort= |Datum=2004 |ISBN= |Seiten=806}}</ref>
 
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Während seiner Amtszeit setzte Drechsler die nationalsozialistische Kommunalpolitik im Sinne des Führerprinzips um. Die kommunale Selbstverwaltung wurde faktisch aufgehoben, da die Stadtverordneten nur noch beratende Funktionen hatten. Zudem übernahm er im Zuge staatlicher Eingriffe [[1938]] die Verwaltung der kirchlichen Finanzen in [[Helmstedt]].<ref>{{Literatur |Autor=[[Hans-Ehrhard Müller]] |Titel=Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt |Auflage=2 |Verlag= |Ort= |Datum=2004 |ISBN= |Seiten=807}}</ref> Seine Verwaltungspolitik war geprägt vom Versuch, kommunale Schulden abzubauen und zugleich Arbeitsprogramme umzusetzen. In diesem Zusammenhang wurden Wohnungsbauprojekte gefördert und infrastrukturelle Maßnahmen wie der Autobahnbau wirkten sich auf die lokale Beschäftigung aus.<ref name="Helmstedt-Chronik 806" />
 
In den Mittagsstunden des 12. April [[1945]] übergab Drechsler zusammen mit weiteren Stadtvertretern den westlich auf der [[Reichsstraße 1]] (heute [[Bundesstraße 1]]) heranrückenden amerikanischen Panzerverbänden kampflos die Stadt. Drechsler hatte das Amt des Bürgermeisters vom 15. Januar [[1935]] bis 24. April [[1945]] inne, wurde anschließend interniert und später entlassen. Sein Nachfolger wurde [[Emil Neddermeyer]].<ref>{{Literatur |Autor=[[Hans-Ehrhard Müller]] |Titel=Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt |Auflage=2 |Verlag= |Ort= |Datum=2004 |ISBN= |Seiten=881}}</ref>


== Einzelnachweise ==
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Aktuelle Version vom 30. April 2026, 05:46 Uhr

Kurt Bernhard Drechsler (* 25. September 1900 in Leipzig; † 15. Juni 1980 in Helmstedt) war ein deutscher Politiker (NSDAP) und von 1935 bis 1945 Bürgermeister der Kreisstadt Helmstedt im Landkreis Helmstedt in Niedersachsen in Deutschland.

Leben

Drechsler wurde am 25. September 1900 in Leipzig geboren. Nach dem Abitur absolvierte er eine Ausbildung zum Bankkaufmann.

Am 15. August 1925 heiratete Drechsler in Zwenkau Marie Margarethe geb. Heun (18911975).

Kurt Drechsler starb am 15. Juni 1980 im Kreiskrankenhaus St. Marienberg in Helmstedt im Alter von 79 Jahren. Er wohnte zuletzt an der Glockbergstraße 83 in Helmstedt. Drechsler war evangelischer Konfession.[1]

Politik

Seit 1926 war Drechsler Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Er war Stadtverordnetenvorsteher und Fraktionsvorsitzender der NSDAP im Braunschweiger Stadtparlament.[2]

Am 14. Dezember 1934, als er noch Leiter der Berufsgruppen der Deutschen Angestelltenschaft des Rheinlandes war, wurde er für eine Amtszeit von zwölf Jahren zum Bürgermeister von Helmstedt gewählt.[2]

Während seiner Amtszeit setzte Drechsler die nationalsozialistische Kommunalpolitik im Sinne des Führerprinzips um. Die kommunale Selbstverwaltung wurde faktisch aufgehoben, da die Stadtverordneten nur noch beratende Funktionen hatten. Zudem übernahm er im Zuge staatlicher Eingriffe 1938 die Verwaltung der kirchlichen Finanzen in Helmstedt.[3] Seine Verwaltungspolitik war geprägt vom Versuch, kommunale Schulden abzubauen und zugleich Arbeitsprogramme umzusetzen. In diesem Zusammenhang wurden Wohnungsbauprojekte gefördert und infrastrukturelle Maßnahmen wie der Autobahnbau wirkten sich auf die lokale Beschäftigung aus.[2]

In den Mittagsstunden des 12. April 1945 übergab Drechsler zusammen mit weiteren Stadtvertretern den westlich auf der Reichsstraße 1 (heute Bundesstraße 1) heranrückenden amerikanischen Panzerverbänden kampflos die Stadt. Drechsler hatte das Amt des Bürgermeisters vom 15. Januar 1935 bis 24. April 1945 inne, wurde anschließend interniert und später entlassen. Sein Nachfolger wurde Emil Neddermeyer.[4]

Einzelnachweise

  1. Standesamt Helmstedt, Sterberegister 1980. Signatur: NLA WO 10 Kb Zg. 2011/502 Nr. 3. In: arcinsys.niedersachsen.de. Nds. Landesarchiv, Abt. Wolfenbüttel, abgerufen am 18. April 2026 (335 / 1980).
  2. a b c Hans-Ehrhard Müller: Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt. 2. Auflage. 2004, S. 806.
  3. Hans-Ehrhard Müller: Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt. 2. Auflage. 2004, S. 807.
  4. Hans-Ehrhard Müller: Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt. 2. Auflage. 2004, S. 881.