Hausmannsturm: Unterschied zwischen den Versionen
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Der '''Hausmannsturm (früher auch Neumärker Tor oder Westertor)''' ist das Wahrzeichen von [[Helmstedt]] und befindet sich auf der [[Neumärker Straße]] der Kreisstadt im [[Landkreis Helmstedt]] in Niedersachsen in Deutschland. Es ist das älteste erhaltene Stadttor im Braunschweiger Land<ref name="Willkommen in Helmstedt">{{Internetquelle |url=https://www.stadt-helmstedt.de/fileadmin/user_upload/02_Kultur/pdf_Broschueren/Willkommen_in_Helmstedt_Deutsch-Englisch.pdf |titel=Fachwerk- und Altstadt – Türme und Türmer |werk=Willkommen in Helmstedt |hrsg=Stadt Helmstedt |format=PDF |datum=2024-07 |abruf=2025-09-09}}</ref>. | Der '''Hausmannsturm (früher auch Neumärker Tor oder Westertor)''' ist das Wahrzeichen von [[Helmstedt]] und befindet sich auf der [[Neumärker Straße]] der Kreisstadt im [[Landkreis Helmstedt]] in Niedersachsen in Deutschland. Es ist das älteste erhaltene Stadttor im Braunschweiger Land<ref name="Willkommen in Helmstedt">{{Internetquelle |url=https://www.stadt-helmstedt.de/fileadmin/user_upload/02_Kultur/pdf_Broschueren/Willkommen_in_Helmstedt_Deutsch-Englisch.pdf |titel=Fachwerk- und Altstadt – Türme und Türmer |werk=Willkommen in Helmstedt |hrsg=Stadt Helmstedt |format=PDF |datum=2024-07 |abruf=2025-09-09}}</ref>. | ||
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Das Bauwerk wurde Anfang des 15. Jahrhunderts erneuert; im Jahr [[1846]] erfolgte eine erhebliche Vergrößerung der Tordurchfahrt die durch ein Kreuzgewölbe geprägt ist. | Das Bauwerk wurde Anfang des 15. Jahrhunderts erneuert; im Jahr [[1846]] erfolgte eine erhebliche Vergrößerung der Tordurchfahrt die durch ein Kreuzgewölbe geprägt ist. | ||
Über mehrere Jahrhunderte war der Turm durch seine unverputzte Natursteinfassade im Stadtbild präsent. In den 1980er-Jahren erfolgte eine bauliche Veränderung: Das Bauwerk wurde vollständig verputzt und anschließend rosa gestrichen. Nach Angaben der Stadtverwaltung sollte diese Maßnahme sowohl dem Erhalt der Bausubstanz als auch einer optischen Angleichung dienen. Begründet wurde dies mit der unterschiedlich ausgeführten Gestaltung der beiden Hauptfassaden. So besteht die Westfassade aus regelmäßig bearbeiteten Sandsteinquadern, während die zur Stadt hin ausgerichtete Ostfassade aus unregelmäßigem Bruchsteinmauerwerk errichtet wurde.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.braunschweiger-zeitung.de/niedersachsen/helmstedt/article411019999/naturstein-oder-rosa-helmstedts-hausmannsturm-soll-saniert-werden.html |titel=Naturstein oder Rosa? Helmstedts Hausmannsturm soll saniert werden |autor=Markus Brich |werk=Braunschweiger Zeitung |datum=2026-01-24 |abruf=2026-01-28}}</ref> | |||
Im Jahr [[2002]] ließ die Stadtverwaltung im Zuge einer Sanierung im Turm einen Trauraum einrichten. Im Herbst [[2008]] installierte die Stadt eine Webcam am Gebäude, die den Verlauf der [[Neumärker Straße]] vom Hausmannsturm aus in Richtung [[Markt]] zeigte. | Im Jahr [[2002]] ließ die Stadtverwaltung im Zuge einer Sanierung im Turm einen Trauraum einrichten. Im Herbst [[2008]] installierte die Stadt eine Webcam am Gebäude, die den Verlauf der [[Neumärker Straße]] vom Hausmannsturm aus in Richtung [[Markt]] zeigte. | ||
Aktuelle Version vom 28. Januar 2026, 16:35 Uhr

Der Hausmannsturm (früher auch Neumärker Tor oder Westertor) ist das Wahrzeichen von Helmstedt und befindet sich auf der Neumärker Straße der Kreisstadt im Landkreis Helmstedt in Niedersachsen in Deutschland. Es ist das älteste erhaltene Stadttor im Braunschweiger Land[1].
Beschreibung
Das viereckig angelegte Stadttor hat eine Höhe von 36 m und ist als verputzter Massivbau mit einem polygonalen Turmhelm ausgeführt. Im Erdgeschoss befindet sich eine spitzbogige Tordurchfahrt, darüber ein geschosstrennendes Gurtgesims. An der Westseite ist eine spätgotische Reliefgruppe der Marienkrönung in einer ädikulaartigen Fassung angebracht. Der Turmschaft besteht aus verputzten Sandsteinquadern und verfügt über in Sandstein gefasste Lichtfenster. Den oberen Abschluss bildet ein polygonaler, schiefergedeckter Knickhelm mit vier Zwerchhäusern.
Geschichte
Der Hausmannsturm wurde schon 1286 erwähnt, erhielt sein heutiges Aussehen allerdings erst in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts als letztes Tor des Stadtmauerrings. Die Helmstedter Stadtmauer besaß einst acht Mauertürme und vier Stadttore. Heute sind noch vier Mauertürme – darunter in Resten der Eulenturm und der Pulverturm – sowie das westliche Stadttor Hausmansturm erhalten.
Der Turmwächter war der Helmstedter Hausmann. Er wohnte im Hausmannsturm, wobei ihm zwei Gesellen und ein Lehrjunge zur Seite standen. Er hatte mit seinem Horn die Stunden abzublasen, über Feuersicherheit zu wachen und drohende Gefahren zu melden. Bei besonderen Anlässen war er verpflichtet, zusammen mit seinen Helfern in der Stadt aufzuspielen. Noch heute bläst ein Helmstedter Hausmann traditionell von April bis Oktober jeden Samstag vom Hausmannsturm aus um 12:00 Uhr die Woche ab.[1]
Das Bauwerk wurde Anfang des 15. Jahrhunderts erneuert; im Jahr 1846 erfolgte eine erhebliche Vergrößerung der Tordurchfahrt die durch ein Kreuzgewölbe geprägt ist.
Über mehrere Jahrhunderte war der Turm durch seine unverputzte Natursteinfassade im Stadtbild präsent. In den 1980er-Jahren erfolgte eine bauliche Veränderung: Das Bauwerk wurde vollständig verputzt und anschließend rosa gestrichen. Nach Angaben der Stadtverwaltung sollte diese Maßnahme sowohl dem Erhalt der Bausubstanz als auch einer optischen Angleichung dienen. Begründet wurde dies mit der unterschiedlich ausgeführten Gestaltung der beiden Hauptfassaden. So besteht die Westfassade aus regelmäßig bearbeiteten Sandsteinquadern, während die zur Stadt hin ausgerichtete Ostfassade aus unregelmäßigem Bruchsteinmauerwerk errichtet wurde.[2]
Im Jahr 2002 ließ die Stadtverwaltung im Zuge einer Sanierung im Turm einen Trauraum einrichten. Im Herbst 2008 installierte die Stadt eine Webcam am Gebäude, die den Verlauf der Neumärker Straße vom Hausmannsturm aus in Richtung Markt zeigte.
Im Rahmen weiterer Sanierungsarbeiten wurden im Juni 2012 Putz- und Fugenschäden an den Wänden und der Gewölbedecke des Hausmannsturms ausgebessert. Anschließend wurden die Flächen mit einer neuen farblichen Beschichtung versehen. Die Arbeiten wurden im Rahmen der Quartiersinitiative Niedersachsen durch das Land Niedersachsen gefördert.
Siehe auch
Weblinks
- Neumärker Tor / Hausmannsturm im Denkmalatlas Niedersachsen
- Helmstedt: Sehenswürdigkeiten in der ehemaligen Grenzstadt auf der Website des Norddeutschen Rundfunks (NDR)
Einzelnachweise
- ↑ a b Fachwerk- und Altstadt – Türme und Türmer. (PDF) In: Willkommen in Helmstedt. Stadt Helmstedt, Juli 2024, abgerufen am 9. September 2025.
- ↑ Markus Brich: Naturstein oder Rosa? Helmstedts Hausmannsturm soll saniert werden. In: Braunschweiger Zeitung. 24. Januar 2026, abgerufen am 28. Januar 2026.