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Ludgeri-Kreuz

Aus Helmstedt-Wiki
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Ludgeri-Kreuz (2019)
Ludgeri-Verehrungsstätte mit Quellenhaus und Ludgeri-Kreuz (2019)

Das Ludgeri-Kreuz befindet sich etwa 150 Meter südlich des Strohmühlenteichs unterhalb der St.-Christophorus-Kirche an der Ecke Leipziger Straße / Calvörder Straße im Wohnviertel Steinmühlenkamp in der Kreisstadt Helmstedt im Landkreis Helmstedt in Niedersachsen in Deutschland.

Beschreibung

Bei dem Kreuz handelt es sich um ein gusseisernes Balkenkreuz mit einem Gewicht von 625 kg. Es steht auf einem aufwendig gestalteten, achteckigen und konischen Sockel über dem Erdraum, in dem sich die Ludgeri-Quelle befindet. Die Quelle befindet sich in einem kleinen, etwa 2,50 × 2,50 Meter großen Erdraum. Der Raum ist mit einem Gewölbe mit flacher Tonne versehen. Der Zugang erfolgt durch eine niedrige Türöffnung in einer Sandsteinstützmauer. Die Türöffnung weist ein aufwendig gestaltetes Sandsteingewände mit Eselsrücken auf. Den Abschluss bildet eine dreiecksförmige Abdeckung aus Sandstein. An den Sandsteinquadern sind Wetz- und Schleifrillen erkennbar. Das Kreuz ist insgesamt 3,80 m hoch und 1,70 m breit.[1][2][3]

Das Kreuz ist beidseitig mit Inschriften entlang der Kreuzarme versehen und das Erbauungsjahr durch eine Inschrift am Sockel überliefert.[2][3]

  • Vorderseite: HIER TAUFTE DER HEILIGE LUDGERUS / IM JAHRE 798
  • Rückseite: GEHET IN ALLE WELT UND LEHRET ALLE / VÖLKER / UND TAUFET SIE IM NAMEN DES VATERS-DES SOHNES UND DES HEILIGEN GEISTES

Geschichte

Das Kreuz auf dem zwischen 1843 und 1845 errichtete Erdraum mit der darin befindlichen Ludgeri-Quelle wurde 1845 auf Initiative des evangelischen Pfarrers Peter Wilhelm Behrends (17731854) aus Nordgermersleben errichtet, der 1840 den Ludgeriverein mit dem alleinigen Ziel gründete, an dieser Ludgeri-Quelle ein Denkmal für den heiligen Ludger zu errichten. Anlass war die Erinnerung an die Christianisierung der Region: Der Überlieferung zufolge wurden in Helmstedt zur Zeit Karls des Großen im 8. Jahrhundert im Jahr 798 an dieser Stelle die ersten Christen der Gegend getauft. Die dortige Taufstelle galt als die östlichste Taufquelle während der sogenannten Sachsenmission. Zur Einweihung des Kreuzes kamen etwa 7000 Menschen.[1][2][3][4]

Vor dem Kreuz wurde später, möglicherweise 1953, eine Treppenanlage errichtet.

Im Jahr 2014 wurde eine – auf Wunsch des Spenders – anonyme Spende in Höhe von 10.000,—€ im Büro der Pfarrgemeinde St. Ludgeri abgegeben. Diese ermöglichte den Startschuss der Planung von Sanierungsarbeiten.[4] Weitere finanzielle Mittel stammten aus Spenden und Fördermitteln. Die Stadt Helmstedt beteiligte sich zudem durch Eigenleistungen an den erforderlichen Arbeiten. Im Rahmen der Sanierung wurden Teile der Mauer- und Treppenkonstruktion zurückgebaut und Bäume entfernt. Ein wesentlicher Anlass für die Maßnahmen war die Behebung eines Feuchtigkeitsproblems. Durch die Arbeiten wurde außerdem die Sichtbarkeit des Kreuzes von der Straße aus verbessert.[5] Die Sanierung wurde 2015, dem 170. Jubiläumsjahr des Kreuzes, abgeschlossen und kostete insgesamt rund 24.000,—€.[6]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Quellenhaus. Denkmalatlas Niedersachsen, abgerufen am 21. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 Ludgerikreuz. Denkmalatlas Niedersachsen, abgerufen am 21. August 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 Sühnekreuze Helmstedt. kreuzstein.eu, abgerufen am 21. August 2026.
  4. 4,0 4,1 Michael Strohmann: Neues Wunder von Helmstedt. In: Braunschweiger Zeitung. 1. Oktober 2014, abgerufen am 21. August 2026.
  5. Verwaltungsbericht 2016. (PDF) Fachbereich 54 Tiefbau und Immobilen – Produkt 5511 Unterhaltung und Entwicklung von Grün- und Kompensationsflächen – Ludgerikreuz. Stadt Helmstedt, Februar 2018, S. 151, abgerufen am 21. August 2026.
  6. Jürgen Paxmann: Stadt weiht saniertes Ludgeri-Kreuz ein. In: Braunschweiger Zeitung. 18. September 2015, abgerufen am 21. August 2026.

Koordinaten: 52° 13′ 38,2″ N, 11° 1′ 43,3″ O