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Lebenshilfe Helmstedt–Wolfenbüttel

Aus Helmstedt-Wiki
Lebenshilfe Helmstedt–Wolfenbüttel
Logo Lebenshilfe Helmstedt–Wolfenbüttel
Rechtsform gGmbH
Gründung 1965
Leitung Bernd Schauder
Anschrift Landgrabentrift 2 B
38350 Helmstedt
Telefon 05351 587042
Website lebenshilfe-he-wf-ggmbh.de

Die Lebenshilfe Helmstedt–Wolfenbüttel in der Kreisstadt Helmstedt im Landkreis Helmstedt in Niedersachsen in Deutschland setzt sich seit ihrer Gründung für das Wohl geistig, seelisch und mehrfach Behinderter Menschen aller Altersstufen ein. Sie besteht aus den Gesellschaftern Lebenshilfe für Menschen mit einer geistigen und körperlichen Behinderung Wolfenbüttel e. V. und Lebenshilfe für Menschen mit einer geistigen und körperlichen Behinderung Helmstedt e. V.

Geschichte

Die Geschichte der Lebenshilfe im Raum Helmstedt und Wolfenbüttel geht auf zwei zunächst eigenständige Vereine zurück. 1965 wurde in Helmstedt die Ortsvereinigung „Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind“ gegründet, 1966 folgte in Wolfenbüttel die „Lebenshilfe für körperlich und geistig Behinderte e. V. Wolfenbüttel“. Im selben Jahr erhielt die Helmstedter Vereinigung die Förderzusage des Landkreises Helmstedt und wurde in das Vereinsregister eingetragen.[1]

1968 begann die Helmstedter Vereinigung ihre Arbeit in der freistehenden Schule in Alversdorf; zugleich entstand in Helmstedt eine Tagesbildungsstätte für 20 Menschen mit Behinderungen. In Wolfenbüttel wurden zunächst fünf Kinder betreut und das Angebot um Sprachtherapie und Tagesbetreuung erweitert. 1972 verlegte die Helmstedter Vereinigung ihren Sitz von Schöningen nach Helmstedt. In Wolfenbüttel entstand ein heilpädagogischer Kindergarten.[1]

1976 und 1977 wurden die Tagesbildungsstätten nach der Einrichtung staatlicher Schulen für Schülerinnen und Schüler mit geistiger Behinderung abgeschafft. Die beiden Vereine entwickelten daraufhin eigene Nachmittagsangebote. Ende der 1970er-Jahre wurden die ambulante Frühförderung und die Zusammenarbeit zwischen den Vereinen ausgebaut; in Wolfenbüttel entstand eine gemeinsame Geschäftsstelle.[1]

Ab 1981 entstanden in Helmstedt Arbeitsangebote für Erwachsene mit Behinderungen. 1982 wurde die Lebenshilfe Helmstedt-Wolfenbüttel gGmbH gegründet. In Helmstedt entstand 1984/85 eine Werkstatt an der Beendorfer Straße. Ende der 1980er-Jahre folgten Wohn- und Werkstattangebote in Wolfenbüttel. Damit entwickelte sich aus den beiden örtlichen Vereinen zunehmend ein gemeinsamer Träger für Angebote in beiden Landkreisen.[1]

In den 1990er-Jahren wurde das Angebot insbesondere in Helmstedt erweitert. 1993 entstanden ein Sprachheilkindergarten und Angebote des ambulant betreuten Wohnens; am Landgrabentrift wurden Wohn- und Arbeitsangebote ausgebaut. 1997 wurde in Königslutter die Werkstatt für Industriearbeit (WIR) für Menschen mit seelischer Behinderung eingerichtet. Auch in Wolfenbüttel wurden die Einrichtungen erweitert; 1999 eröffnete dort der Kindergarten „Löwenzahn“ als Modellprojekt mit Regel-, Integrations- und Sprachheilgruppen.[1]

Seit 2000 wurden die Angebote in Helmstedt und Wolfenbüttel weiter ausgebaut. In Helmstedt entstanden unter anderem ein neuer heilpädagogischer Kindergarten, weitere Wohn- und Arbeitsangebote sowie erweiterte Angebote der Frühförderung. Am Batteriewall wurden diese später um eine integrative Krippe und ambulant betreutes Wohnen ergänzt. In Wolfenbüttel wurden die Werkstattkapazitäten erweitert und der heilpädagogische Kindergarten „Siebenstein“ eröffnet.[1]

Ab 2008 wurde insbesondere das Angebot für Menschen mit seelischer Behinderung erweitert. In Helmstedt wurde die entsprechende Werkstatt in Emmerstedt ausgebaut; in Wolfenbüttel entstand eine weitere Werkstatt. Zugleich wurden in beiden Städten Wohnangebote, Frühförderung und Kindertagesbetreuung erweitert. 2009 und 2010 kamen in Helmstedt weitere Räumlichkeiten am Batteriewall hinzu.[1]

Seit 2011 wurden die Angebote in den Bereichen Wohnen, Arbeit, Kindertagesbetreuung und gesellschaftliche Teilhabe weiterentwickelt. 2012 wurde die Stiftung Lebenshilfe Helmstedt-Wolfenbüttel gegründet. In Helmstedt wurde 2017 die Wohnanlage „Klosterblick“ mit 24 Plätzen und zusätzlichen Appartements für ambulant betreutes Wohnen eröffnet. 2019 wurde zudem eine Projektstelle für „Unterstützte Kommunikation“ eingerichtet.[2]

2020 übernahm die Lebenshilfe die zuvor als Elterninitiative geführte Kindertagesstätte „Spielkiste“ in Helmstedt. Während der COVID-19-Pandemie wurden in den Werkstätten unter anderem Schutzmasken hergestellt. 2022 wurden die Bewohnervertretungen der verschiedenen Wohnangebote zu einer gemeinsamen Bewohnervertretung zusammengeführt.[3]

2024 eröffnete in Helmstedt ein inklusiver Laden mit angeschlossener Kreativmontage. Die Entwicklung seit 2011 steht damit für eine stärkere Orientierung an Selbstbestimmung, Inklusion und gesellschaftlicher Teilhabe. Die Angebote in Helmstedt und Wolfenbüttel umfassen weiterhin unter anderem Wohnen, Arbeit, Kindertagesbetreuung, Frühförderung und Unterstützung für Menschen mit seelischer Behinderung.[4]

Die heutige Lebenshilfe Helmstedt-Wolfenbüttel gGmbH ist aus den beiden in den 1960er-Jahren gegründeten Lebenshilfevereinen hervorgegangen. Die beiden Vereine bestehen weiterhin als eigenständige Organisationen und sind Gesellschafter der gGmbH.[5]

Sommerfest

Seit vielen Jahren findet traditionell einmal im Jahr im Juni das Sommerfest der Lebenshilfe auf dem Werkstattgelände an der Beendorfer Straße statt.

Einzelnachweise