Tobias Eisler

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Tobias Eisler (* 2. April 1683 in Nürnberg; † 8. Oktober 1753 in Helmstedt) war ein deutscher Jurist, Pädagoge und Anhänger theosophischer Lehren.

Leben

Eisler wurde am 2. April 1683 als Sohn eines Goldarbeiters in Nürnberg geboren. Er studierte Jura an den Universitäten Altdorf und Halle. Nach dem Studium arbeitete er als Kammersekretär bei einer verwitweten Herzogin von Sachsen-Eisenach in Altstädt, Thüringen.

1712 kehrte Eisler nach Nürnberg zurück, gab seine juristische Laufbahn auf und widmete sich zunächst der Erziehung einiger Kinder. Gleichzeitig beschäftigte er sich intensiv mit den Lehren seines Landsmannes Johann Tennhardt († 1720), eines Nürnberger Perrückenmachers und Theosophen. Eisler wurde zu einem engagierten Anhänger, Apologeten und Biografen Tennhardts.

Um sich vollständig den theosophischen Lehren und pietistischen Bestrebungen zu widmen, verzichtete Eisler 1718 auf das Nürnberger Bürgerrecht. Anschließend unternahm er Reisen und ließ sich 1719 in Helmstedt nieder. Dort engagierte er sich vor allem in der Kindererziehung und gründete 1735 eine Armenschule, die später vom Herzog bestätigt und erweitert wurde.

Aufgrund seiner schwärmerisch-pietistischen Orientierung geriet Eisler mehrfach in Konflikt mit der Obrigkeit. 1742 legte er eine „obrigkeitlich abgeforderte Verantwortung“ ab, um sich gegen diese Vorwürfe zu verteidigen.

Eisler starb am 8. Oktober 1753 in Helmstedt.

Werke

Eisler verfasste zahlreiche Schriften und Traktate pädagogischen oder erbaulichen Inhalts, die in Klarheit und Tiefe teilweise die Werke seines Meisters Tennhardt übertrafen. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen zählen:

  • Grundregeln der deutschen Orthographie (1718)
  • Jesus als kostbarstes Weihnachtsgeschenk
  • Ermahnung zum rechten Gebrauch der Gnade Gottes
  • Exempel und Lehren rechtschaffener Thatchristen
  • Allgemeine Seelenkur (17211728)
  • Tennhardt’s Leben
  • Apologia Tennhardiana (1724)
  • Zeugniß vom inneren Wort Gottes
  • Mysterium magnum
  • Christl. Schulordnung (1736)
  • Nachricht von der Annakinderschule in Helmstädt (1737 und 1742 ff.)

Literatur

  • Julius August Wagenmann: Eisler, Tobias. In: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 776 [Online-Version]. Abgerufen am 1. Februar 2026.