Helmstedter Anzeiger: Unterschied zwischen den Versionen

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== Geschichte ==
== Geschichte ==
Die erste Ausgabe des ''Helmstädtschen Wochenblatt'' wurde von einer Druckerei an den [[Edelhöfe]] veröffentlicht und erschien am 1. Januar [[1809]]. Der Besitzer, Herausgeber und vermutlich einzige Redakteur war der Buchdrucker, Senator und Ratsherr Sigismund Christian David Leuckardt ([[1741]] bis [[1826]]). Die Zeitung war mit der Lizenz verbunden, offizielle Bekanntmachungen des Königreiches Westphalen abzudrucken, zu dem Helmstedt zur Zeit der napoleonischen Besatzung gehörte.<ref name="HeSo"/>
Die erste Ausgabe des ''Helmstädtschen Wochenblatt'' wurde von einer Druckerei an den [[Edelhöfe]]n veröffentlicht und erschien am Sonntag, den 1. Januar [[1809]]. Der Besitzer, Herausgeber und vermutlich einzige Redakteur war der Buchdrucker, Senator und Ratsherr [[Sigismund Christian David Leuckart]] ([[1741]][[1826]]). Die Zeitung war mit der Lizenz verbunden, offizielle Bekanntmachungen des Königreiches Westphalen abzudrucken, zu dem Helmstedt zur Zeit der napoleonischen Besatzung gehörte.<ref name="HESO-14012024" /><ref name="Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt" />


Im Jahr [[1815]], nach dem Sturz Napoleons, endete Leuckardts Verpflichtung zur Veröffentlichung offizieller Bekanntmachungen. Stattdessen erhielt er die Erlaubnis vom Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Wolfenbüttel zum Druck einer Zeitung mit Intelligenz-Nachrichten. Diese Zeitung integrierte fortan Regionales mit subjektiv Gefärbtem, ergänzt durch Artikel zu Wissenschaft, Kultur und Kunst. Nach über 150 Jahren endete die Geschichte des ersten Helmstedter Sonntagsblattes mit der Einstellung der nun als ''Helmstedter Anzeiger'' bekannten Zeitung im Jahr [[1975]], nach einigen Besitzer-, Namens- und inhaltlichen Richtungswechseln.<ref name="HeSo"/>
Im Jahr [[1815]] nach dem Sturz Napoleons – die Zeitung hieß nun ''Helmstädtsche Zeitung'' – endete Leuckardts Verpflichtung zur Veröffentlichung offizieller Bekanntmachungen. Stattdessen erhielt er die Erlaubnis vom Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Wolfenbüttel zum Druck einer Zeitung mit Intelligenz-Nachrichten. Diese Zeitung integrierte fortan Regionales mit subjektiv Gefärbtem, ergänzt durch Artikel zu Wissenschaft, Kultur und Kunst.<ref name="HESO-14012024" /><ref name="Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt" />
 
Ab [[1847]] gab es sie als ''Helmstedter Zeitung''.<ref name="Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt" />
 
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Mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus begann eine schwere Zeit für die Zeitung. Sie war nicht mehr das amtliche Mitteilungsorgan der Behörden, diese einträgliche Funktion ging auf die NS-„Braunschweiger Tageszeitung“, Ausgabe Helmstedt, über. Auch die Annoncen erschienen jetzt mehr in der genannten nationalsozialistischen Zeitung. Diese nannte sich [[Helmstedter Kreiszeitung]] und wurde damit verstärkt ein örtliches Presseorgan der allmächtigen [[NSDAP]]. Das ''Helmstedter Kreisblatt'' vegetierte noch bis [[1941]] so dahin. Der Mangel an Papier im dritten Kriegsjahr war ein den Behörden sicherlich nicht unwillkommener Anlass, die endgültige Aufgabe dieser Zeitung durch den Verlag zu veranlassen.<ref name="Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt" />
 
Das Ende der NS-Herrschaft April/Mai [[1945]] brachte auch das Ende der Helmstedter Parteizeitung und das ''Helmstedter Kreisblatt'' erlebte vom 10. November [[1949]] an mit der ''Helmstedter Allgemeinen Zeitung'' eine Fortsetzung ihrer Tradition. Ab 1. April [[1954]] hieß sie ''Kreisblatt''. Ab 1. Januar [[1970]] nannte sich die Zeitung ''Helmstedter Anzeiger''. Mit dem 11. Oktober [[1975]] stellte sie nach über 150 Jahren und nach einigen Besitzer-, Namens- und inhaltlichen Richtungswechseln ihr Erscheinen ein, „da eine Wirtschaftlichkeit des Verlags unternehmens nicht mehr gegeben ist“. Der letzte Chefredakteur, Wolf E. Ebeling, hatte nach seinen Angaben über zwei Jahre allein und persönlich das Risiko tragen müssen.<ref name="HESO-14012024" /><ref name="Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt" />


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==

Aktuelle Version vom 31. Januar 2026, 13:14 Uhr

Helmstedter Anzeiger

Gründung 18091975
Anschrift 3330 Helmstedt

Der Helmstedter Anzeiger (ursprünglich gegründet als Helmstädtsches Wochenblatt) war die erste Sonntagszeitung der Stadt Helmstedt.[1][2]

Geschichte

Die erste Ausgabe des Helmstädtschen Wochenblatt wurde von einer Druckerei an den Edelhöfen veröffentlicht und erschien am Sonntag, den 1. Januar 1809. Der Besitzer, Herausgeber und vermutlich einzige Redakteur war der Buchdrucker, Senator und Ratsherr Sigismund Christian David Leuckart (17411826). Die Zeitung war mit der Lizenz verbunden, offizielle Bekanntmachungen des Königreiches Westphalen abzudrucken, zu dem Helmstedt zur Zeit der napoleonischen Besatzung gehörte.[1][2]

Im Jahr 1815 nach dem Sturz Napoleons – die Zeitung hieß nun Helmstädtsche Zeitung – endete Leuckardts Verpflichtung zur Veröffentlichung offizieller Bekanntmachungen. Stattdessen erhielt er die Erlaubnis vom Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Wolfenbüttel zum Druck einer Zeitung mit Intelligenz-Nachrichten. Diese Zeitung integrierte fortan Regionales mit subjektiv Gefärbtem, ergänzt durch Artikel zu Wissenschaft, Kultur und Kunst.[1][2]

Ab 1847 gab es sie als Helmstedter Zeitung.[2]

Von 1862 an hieß die Zeitung Helmstedter Kreisblatt.[2]

Mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus begann eine schwere Zeit für die Zeitung. Sie war nicht mehr das amtliche Mitteilungsorgan der Behörden, diese einträgliche Funktion ging auf die NS-„Braunschweiger Tageszeitung“, Ausgabe Helmstedt, über. Auch die Annoncen erschienen jetzt mehr in der genannten nationalsozialistischen Zeitung. Diese nannte sich Helmstedter Kreiszeitung und wurde damit verstärkt ein örtliches Presseorgan der allmächtigen NSDAP. Das Helmstedter Kreisblatt vegetierte noch bis 1941 so dahin. Der Mangel an Papier im dritten Kriegsjahr war ein den Behörden sicherlich nicht unwillkommener Anlass, die endgültige Aufgabe dieser Zeitung durch den Verlag zu veranlassen.[2]

Das Ende der NS-Herrschaft April/Mai 1945 brachte auch das Ende der Helmstedter Parteizeitung und das Helmstedter Kreisblatt erlebte vom 10. November 1949 an mit der Helmstedter Allgemeinen Zeitung eine Fortsetzung ihrer Tradition. Ab 1. April 1954 hieß sie Kreisblatt. Ab 1. Januar 1970 nannte sich die Zeitung Helmstedter Anzeiger. Mit dem 11. Oktober 1975 stellte sie nach über 150 Jahren und nach einigen Besitzer-, Namens- und inhaltlichen Richtungswechseln ihr Erscheinen ein, „da eine Wirtschaftlichkeit des Verlags unternehmens nicht mehr gegeben ist“. Der letzte Chefredakteur, Wolf E. Ebeling, hatte nach seinen Angaben über zwei Jahre allein und persönlich das Risiko tragen müssen.[1][2]

Einzelnachweise

  1. a b c d Kathrin Sohr: Amtliches von „König Lustik“ und heimatliche Nachrichten. In: Helmstedter Sonntag. 14. Januar 2024, S. 1.
  2. a b c d e f g Hans-Ehrhard Müller: Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt. 2. Auflage. 2004, Kapitel „Die Helmstedter Buchdrucker“, S. 496–497.