Georg Rudolph Lichtenstein: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Georg Rudolph Lichtenstein''', auch '''Georg Rudolf Lichtenstein''' (* 16. Februar [[1747]] in [[Helmstedt]]; † 28. Mai [[1807]] in Braunschweig) war ein deutscher Arzt, Apotheker und Sohn des ehemaligen Helmstedter [[Liste der Bürgermeister von Helmstedt|Bürgermeister]]s [[Johann Joachim Dietrich Lichtenstein]].<ref name="Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt">{{Literatur |Autor=[[Hans-Ehrhard Müller]] |Titel=Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt |Auflage=2 |Verlag= |Ort= |Datum=2004 |ISBN= |Seiten=662}}</ref> | |||
'''Georg Rudolf Lichtenstein''' (* [[ | |||
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Lichtenstein publizierte über medizinische, mineralogische und chemisch-pharmazeutische Themen. Er starb im Mai [[1807]] im Alter von 60 Jahren in Braunschweig. Seine Söhne waren der ebenfalls in [[Helmstedt]] tätige Mediziner [[Julius Georg Anton Lichtenstein]] ([[1778]]–[[1842]]) und der [[1780]] geborene Apotheker [[August Gerhard Gottfried Lichtenstein]]. Letzterer führte nach dem Tod seines Vaters im Jahr [[1807]], zunächst gemeinsam mit seiner Mutter bis 1810, die Helmstedter Apotheke weiter<ref name="Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt"/>. | |||
== Schriften (Auswahl) == | |||
* ''De dispositione salium imprimis simplicium atque mixtorum''. 1769. (Dissertation) | |||
* ''Abhandlung vom Milchzucker und den verschiedenen Arten desselben''. Verlag der Waisenhausbuchhandlung, Braunschweig 1772. | |||
* ''Vom Benzoesalz''. 1781. | |||
* ''Anleitung zur medicinischen Kräuterkunde für Aerzte und Apotheker''. 3 Bände. Verlag Johann Heinrich Kühnlin, Helmstedt 1782–1786. ([http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb11339048-0 Digitalisat]) | |||
* ''Bereitung des Alkohols aus Kornbrandtewein''. 1786. | |||
* ''Gefahrlose und schnelle Bereitung der süßen Salpeternaphta''. 1795. | |||
== Literatur == | |||
* Hans-Jürgen Derda: ''Lichtenstein, Georg Rudolph, Prof. Dr.'' In: Horst-Rüdiger Jarck, Günter Scheel (Hrsg.): ''Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 19. und 20. Jahrhundert.'' hrsg. im Auftrag der Braunschweigischen Landschaft e. V. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1996, ISBN 3-7752-5838-8, S. 380–381. | |||
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Aktuelle Version vom 18. Januar 2026, 07:40 Uhr
Georg Rudolph Lichtenstein, auch Georg Rudolf Lichtenstein (* 16. Februar 1747 in Helmstedt; † 28. Mai 1807 in Braunschweig) war ein deutscher Arzt, Apotheker und Sohn des ehemaligen Helmstedter Bürgermeisters Johann Joachim Dietrich Lichtenstein.[1]
Leben
Lichtenstein stammte aus der ursprünglich jüdischen Familie Lichtenstein und wurde am 16. Februar 1747 in Helmstedt geboren. Ab 1765 studierte er Medizin an der Universität Helmstedt, wo er 1769 zum Dr. med. promoviert wurde. Anschließend war er als praktizierender Arzt tätig und las daneben als Magister legens an der Universität Helmstedt. Sein 1773 eingereichtes Gesuch um einen medizinischen Lehrstuhl wurde zunächst abgewiesen. Erst nach dem Tod des Hochschullehrers Philipp Konrad Fabricius im Jahr 1774 wurde Lichtenstein zum außerordentlichen Professor der Medizin ernannt. Nachdem sein Schwiegervater J. L. Wagner 1779 gestorben war, erhielt Lichtenstein 1780 die Genehmigung, dessen Apotheke in Helmstedt fortzuführen. Trotz der damit verbundenen herzoglichen Auflage, den Arztberuf aufzugeben, bemühte sich Lichtenstein weiterhin darum, ärztlich tätig zu sein.
Sein Professorenamt brachte ihm nur wenig Geld ein, und auch die Einnahmen aus der ärztlichen Praxis in der kleinen Stadt waren angesichts der starken Konkurrenz dürftig, weshalb die Übernahme der Apotheke eine willkommene Gelegenheit darstellte[1]. Im Jahr 1804 wurde er als Garnisonarzt nach Braunschweig berufen. Im selben Jahr wurde ihm der Titel eines Hofrats verliehen. Es folgte die Ernennung zum herzoglich braunschweigischen Leibarzt.
Lichtenstein publizierte über medizinische, mineralogische und chemisch-pharmazeutische Themen. Er starb im Mai 1807 im Alter von 60 Jahren in Braunschweig. Seine Söhne waren der ebenfalls in Helmstedt tätige Mediziner Julius Georg Anton Lichtenstein (1778–1842) und der 1780 geborene Apotheker August Gerhard Gottfried Lichtenstein. Letzterer führte nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1807, zunächst gemeinsam mit seiner Mutter bis 1810, die Helmstedter Apotheke weiter[1].
Schriften (Auswahl)
- De dispositione salium imprimis simplicium atque mixtorum. 1769. (Dissertation)
- Abhandlung vom Milchzucker und den verschiedenen Arten desselben. Verlag der Waisenhausbuchhandlung, Braunschweig 1772.
- Vom Benzoesalz. 1781.
- Anleitung zur medicinischen Kräuterkunde für Aerzte und Apotheker. 3 Bände. Verlag Johann Heinrich Kühnlin, Helmstedt 1782–1786. (Digitalisat)
- Bereitung des Alkohols aus Kornbrandtewein. 1786.
- Gefahrlose und schnelle Bereitung der süßen Salpeternaphta. 1795.
Literatur
- Hans-Jürgen Derda: Lichtenstein, Georg Rudolph, Prof. Dr. In: Horst-Rüdiger Jarck, Günter Scheel (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 19. und 20. Jahrhundert. hrsg. im Auftrag der Braunschweigischen Landschaft e. V. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1996, ISBN 3-7752-5838-8, S. 380–381.
Einzelnachweise
- ↑ a b c Hans-Ehrhard Müller: Helmstedt – die Geschichte einer deutschen Stadt. 2. Auflage. 2004, S. 662.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lichtenstein, Georg Rudolph |
| ALTERNATIVNAMEN | Lichtenstein, Georg Rudolf |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Arzt und Apotheker |
| GEBURTSDATUM | 16. Februar 1747 |
| GEBURTSORT | Helmstedt |
| STERBEDATUM | 28. Mai 1807 |
| STERBEORT | Braunschweig |