Elmhaus: Unterschied zwischen den Versionen
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Das '''Elmhaus''' ist ein Ausfugslokal am [[Singplatzweg (Schöningen)|Singplatzweg]] am | {{Infobox_Unternehmen | ||
| Name = Elmhaus | |||
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| Gründungsdatum = 15. August [[1884]] | |||
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Das '''Elmhaus''' ist ein denkmalgeschütztes Ausfugslokal am [[Singplatzweg (Schöningen)|Singplatzweg]] am Rand des [[Elm]]s oberhalb der Stadt [[Schöningen]] im [[Landkreis Helmstedt]] in Niedersachsen in Deutschland. | |||
== Geschichte == | == Geschichte == | ||
Die Geschichte des Elmhauses geht auf eine Bewirtung am sogenannten „[[Singplatzweg (Schöningen)|Singplatzweg]]“ am östlichen Rand des [[Elm|Elmwaldes]] zurück. Dort wurden bereits vor der Errichtung eines festen Gebäudes an Sonn- und Feiertagen sowie bei Veranstaltungen Speisen und Getränke angeboten. | |||
[[1884]] erhielt der Schöninger Gastwirt Hermann Nievert, Betreiber des Gasthofs „Zum Heidenkönig“, von der herzoglichen Forstbehörde die Genehmigung, auf dem [[Singplatzweg (Schöningen)|Singplatzweg]] eine Bretterbude zu errichten. Sie sollte bei schlechtem Wetter etwa 20 bis 30 Personen Schutz bieten. Nievert pachtete das Gelände zunächst für 99 Jahre. Am 27. Juni [[1884]] wurde dort erstmals Bier ausgeschenkt. Die Einweihung des „Elm-Restaurants“ fand am 15. August [[1884]] statt. Dabei trat die Stadtkapelle auf; am Abend wurde der [[Singplatzweg (Schöningen)|Singplatzweg]] bengalisch beleuchtet. | |||
Die | Noch im Herbst [[1884]] begann die Erweiterung des Umfelds. Der neu gegründete Verschönerungsverein Schöningen legte im Bereich des [[Singplatzweg (Schöningen)|Singplatzweg]]es einen Park an, pflanzte Bäume und Sträucher und befestigte Wege mit Kies. Der sogenannte Philosophenweg erhielt Ruhebänke. Nievert stattete die Gaststätte unter anderem mit zusätzlichen Tischen und Bänken, einer Veranda und einer Küche aus. Zudem wurden Konzerte der Stadtkapelle und auswärtiger Musikkapellen veranstaltet. Im Winter [[1884]]/[[1885]] war der Gaststättenbetrieb zunächst auf Sonntage bei günstiger Witterung und auf vorherige Bestellung beschränkt, wurde später jedoch wieder regelmäßig aufgenommen. | ||
[[1887]] wurde in der nahe gelegenen Nesselkuhle ein Schießstand für die [[Schützenkorporation Schöningen von 1601|Schöninger Schützenkorporation]] eingerichtet. Im selben Jahr wurde unterhalb des [[Singplatzweg (Schöningen)|Singplatzweg]]es im Märzental nach Trinkwasser gebohrt. In einer Tiefe von 65 Fuß wurde eine wasserführende Erdschicht erreicht. Der Verschönerungsverein setzte außerdem die Gestaltung des Geländes fort und verbesserte die Wege. | |||
[[1888]] wurden die baulichen Anlagen erweitert. Das Küchengebäude erhielt ein zusätzliches Geschoss; außerdem entstand ein größerer Pferdestall. Dieser wurde insbesondere von Besuchern genutzt, die an Sonn- und Feiertagen mit Fuhrwerken aus der Umgebung zum Elmhaus kamen. [[1889]] erhielt Nievert die behördliche Genehmigung zum Ausschank von Branntwein und Spirituosen. | |||
Der Ausbau des Gaststättenbetriebs führte in den 1890er-Jahren zu einem Neubau. Am 20. April [[1895]] wurde dessen Grundstein gelegt. Die Baukosten wurden mit etwa 17.000 Mark angegeben. Nach Plänen des Regierungsbaumeisters Eschemann entstand ein villenartiges Gebäude. Das Erdgeschoss enthielt drei Gastzimmer, während sich im Obergeschoss ein weiterer Restaurationsraum und sechs Logierzimmer befanden. Weitere Räume waren im Erker angeordnet. Der noch im selben Jahr fertiggestellte Bau entspricht der historistischen Gast- und Hotelarchitektur des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. | |||
Ebenfalls [[1895]] wurde im Elmhaus eine Posthilfsstelle eingerichtet. [[1896]] erfolgte der Anschluss an das Schöninger Telefonnetz. Im selben Jahr wurde nördlich des Gebäudes ein Musikpavillon aufgestellt. Dieser war ursprünglich im Schöninger Stadtpark errichtet worden, wo er [[1891]] bei der Sedan-Feier verwendet worden war. | |||
[[1897]] stellte der Verschönerungsverein Turngeräte auf dem Singplatz auf. Im selben Jahr wurden regelmäßige Pferdewagenfahrten zum Elmhaus angeboten. Sie sollten unter anderem älteren und gehbehinderten Personen den Besuch ermöglichen. Bei geeigneter Witterung wurde außerdem eine Konditorei betrieben. | |||
[[1901]] wurde der bisherige Musikpavillon abgebrochen und durch einen neuen Pavillon an anderer Stelle ersetzt. Im selben Jahr erhielt das Elmhaus einen größeren Saal. Durch den Anbau vergrößerte sich die für den Gaststättenbetrieb genutzte Fläche, sodass für das Gelände zwei Polizeibehörden zuständig waren. Ein [[1910]] von der Stadt [[Schöningen]] gestellter Antrag, die gesamte für Restaurationszwecke genutzte Fläche dem Stadtgebiet zuzuordnen, wurde von der Forstverwaltung nur teilweise unterstützt. | |||
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Elmhaus als Restaurant und Logierhaus betrieben. Neben den Gast- und Gesellschaftsräumen standen Logierzimmer, Stallungen und weitere Einrichtungen zur Verfügung. [[1913]] wurde auf dem Singplatz im Rahmen des dortigen Freilichttheaters unter Leitung des Theaterdirektors Palmbaum Friedrich Schillers „Die Räuber“ aufgeführt. | |||
[[1914]] starb der Gastwirt Hermann Nievert. Seine Witwe führte den Betrieb weiter. Während des Ersten Weltkriegs war der Gaststättenbetrieb eingeschränkt. [[1916]] wurden im Elmhaus etwa 30 Soldaten einquartiert, die bei Arbeiten an Befestigungsanlagen eingesetzt wurden. | |||
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Gaststättenbetrieb wieder ausgeweitet. [[1921]] wurde die Posthilfsstelle aufgehoben. [[1925]] erhielt das Elmhaus eine elektrische Beleuchtung für die Innenräume und den Garten. In den folgenden Jahren wurden weiterhin Veranstaltungen und saisonale Angebote durchgeführt. [[1930]] wurden vor dem Gebäude Terrassen angelegt. | |||
[[1934]] wurde das 50-jährige Bestehen des Elmhauses begangen. In den Jahren [[1937]] und [[1938]] wurde der große Saal umgebaut und neu gestaltet. Die Wiedereinweihung fand am 29. Januar [[1938]] statt. Im Zuge der Umbauten wurden der für den inzwischen zunehmenden Automobilverkehr nicht mehr benötigte Pferdestall sowie der baufällig gewordene hölzerne Musikpavillon abgerissen. | |||
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs [[1939]] ging der Besuch des Elmhauses erneut zurück. [[1942]] übernahm Erich Holze die Geschäftsführung beziehungsweise Bewirtschaftung der Gaststätte. Nach dem Ende des Krieges wurde der Betrieb wieder ausgebaut. Die frühere Wirtin, die als „Mutter Nievert“ bezeichnet wurde, starb [[1948]]. | |||
[[1951]] wurden die Wege rund um das Elmhaus mit Kies befestigt. Eine während des Zweiten Weltkriegs anderweitig genutzte Spielfläche wurde wiederhergestellt und ein Parkplatz angelegt. [[1952]] folgten weitere Umbauten und Neubauten. Unter anderem entstand eine Verbindung zwischen Wohnhaus und Saal; außerdem wurden eine größere Küche und ein Buffetraum eingerichtet. Vor dem Buffetraum wurde eine Terrasse angelegt. | |||
[[1959]] wurde das 75-jährige Bestehen des Elmhauses gefeiert. Die Wasserversorgung blieb weiterhin problematisch. Der [[1887]] angelegte Brunnen lieferte kein Wasser mehr, sodass Trinkwasser bis [[1965]] mit einem Pferdewagen von der [[St. Lorenz (Schöningen)|Klosterdomäne]] zum Elmhaus transportiert wurde. [[1965]] wurde das Gebäude an das städtische Wasser- und Kanalisationsnetz angeschlossen. Im folgenden Jahr erfolgte der Anschluss an eine Kraftstromleitung. | |||
Nach dem Tod des Wirtes Erich Holze [[1962]] wechselte das Elmhaus mehrfach den Besitzer. [[1967]] übernahmen Fred und Erna Fußangel die Bewirtschaftung der Waldgaststätte. Zu diesem Zeitpunkt verfügte das Elmhaus über modernisierte Gasträume, ein Klubzimmer und einen Saal. Zum Betrieb gehörte außerdem ein kleiner Ponyhof. | |||
[[2014]] erwarb die Stiftung für bildende Kunst und Baukultur Anatol Buchholtz – Fux den historischen Gebäudekomplex. In der Folge wurde dieser umfassend saniert. Nach Abschluss der Arbeiten wurde das Elmhaus [[2018]] als Kunst- und Kulturzentrum wiedereröffnet. [[2019]] nahm auch der gastronomische Betrieb wieder auf. | |||
[[2018]] wurde neben dem Elmhaus die lebensgroße Nachbildung eines Europäischen [[Waldelefant von Schöningen|Waldelefanten]] aufgestellt, die auch touristischen Zwecken dient.<ref>Markus Brich: ''[https://www.leader-gruenes-band.de/wp-content/uploads/2018/02/180127-BZ-Waldelefant.pdf Waldelefant kehrt an den Elmrand zurück]'' In: [[Helmstedter Nachrichten]] vom 27. Januar 2018.</ref><ref>Markus Brich: ''[https://www.helmstedter-nachrichten.de/helmstedt/article215933427/Wie-Tourismus-gefoerdert-wird.html Wie Tourismus gefördert wird]'' In: [[Helmstedter Nachrichten]] vom 3. Dezember 2018.</ref> | |||
Anfang [[2020]] wurde das gastronomische Angebot aufgrund der gestiegenen Nachfrage auf einen regulären Wochenbetrieb ausgeweitet. Im selben Jahr führte die COVID-19-Pandemie zur Absage zahlreicher Veranstaltungen und Feiern. Im Oktober [[2020]] wurde der Betrieb eingestellt. Anschließend begann die Suche nach neuen Pächtern. | |||
Am 15. August [[2026]] soll das Elmhaus von Riadh und Yuliia Mann erneut eröffnet werden.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.braunschweiger-zeitung.de/niedersachsen/helmstedt/article412799055/neueroeffnung-elmhaus-schoeningen-diese-familie-erweckt-gasthaus-am-elm-zu-neuem-leben.html |titel=Neueröffnung Elmhaus Schöningen: Diese Familie erweckt Gasthaus am Elm zu neuem Leben |autor=Markus Brich |werk=Braunschweiger Zeitung / [[Helmstedter Nachrichten]] |datum=2026-08-07 |abruf=2026-08-08}}</ref> | |||
== Literatur == | |||
* {{Internetquelle |url=https://denkmalatlas.niedersachsen.de/viewer/metadata/32675571/1/- |titel=Elmhaus |werk=Denkmalatlas Niedersachsen |hrsg=Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege |abruf=2026-08-08}} | |||
* {{Internetquelle |url=https://elmhaus.de/historie_90_jahre_elmhaus |titel=90 Jahre „Elmhaus“ |hrsg=Elmhaus |datum=2026-08-06 |abruf=2026-08-08}} | |||
* {{Internetquelle |url=https://newsify-nds.de/neustart-fuer-schoeningens-elmhaus |titel=Neustart für Schöningens traditionsreiches Elmhaus |autor=Sebastian Nickel |werk=NewsifyNDS |datum=2026-08-06 |abruf=2026-08-08}} | |||
== Weblinks == | == Weblinks == | ||
* [https://www.elmhaus.de Elmhaus] Offizielle Website | * [https://www.elmhaus.de Elmhaus] Offizielle Website | ||
* [https://denkmalatlas.niedersachsen.de/viewer/metadata/32675571/1/- Elmhaus] im Denkmalatlas Niedersachsen | |||
== Einzelnachweise == | |||
<references /> | |||
[[Kategorie:Unternehmen (Schöningen)]] | [[Kategorie:Unternehmen (Schöningen)]] | ||
[[Kategorie:Baudenkmal in Schöningen]] | |||
[[Kategorie:Gründungsdatum fehlt]] | [[Kategorie:Gründungsdatum fehlt]] | ||
[[Kategorie:Gegründet 1884]] | [[Kategorie:Gegründet 1884]] | ||
Aktuelle Version vom 8. August 2026, 08:41 Uhr
| Elmhaus | |
|---|---|
| Gründung | 15. August 1884 |
| Leitung | Riadh und Yuliia Mann (seit 2026) |
| Branche | Gastronomie |
| Anschrift | Singplatzweg 1 38364 Schöningen |
| Telefon | 05352 4860 |
| Website | elmhaus.de |
Das Elmhaus ist ein denkmalgeschütztes Ausfugslokal am Singplatzweg am Rand des Elms oberhalb der Stadt Schöningen im Landkreis Helmstedt in Niedersachsen in Deutschland.
Geschichte
Die Geschichte des Elmhauses geht auf eine Bewirtung am sogenannten „Singplatzweg“ am östlichen Rand des Elmwaldes zurück. Dort wurden bereits vor der Errichtung eines festen Gebäudes an Sonn- und Feiertagen sowie bei Veranstaltungen Speisen und Getränke angeboten.
1884 erhielt der Schöninger Gastwirt Hermann Nievert, Betreiber des Gasthofs „Zum Heidenkönig“, von der herzoglichen Forstbehörde die Genehmigung, auf dem Singplatzweg eine Bretterbude zu errichten. Sie sollte bei schlechtem Wetter etwa 20 bis 30 Personen Schutz bieten. Nievert pachtete das Gelände zunächst für 99 Jahre. Am 27. Juni 1884 wurde dort erstmals Bier ausgeschenkt. Die Einweihung des „Elm-Restaurants“ fand am 15. August 1884 statt. Dabei trat die Stadtkapelle auf; am Abend wurde der Singplatzweg bengalisch beleuchtet.
Noch im Herbst 1884 begann die Erweiterung des Umfelds. Der neu gegründete Verschönerungsverein Schöningen legte im Bereich des Singplatzweges einen Park an, pflanzte Bäume und Sträucher und befestigte Wege mit Kies. Der sogenannte Philosophenweg erhielt Ruhebänke. Nievert stattete die Gaststätte unter anderem mit zusätzlichen Tischen und Bänken, einer Veranda und einer Küche aus. Zudem wurden Konzerte der Stadtkapelle und auswärtiger Musikkapellen veranstaltet. Im Winter 1884/1885 war der Gaststättenbetrieb zunächst auf Sonntage bei günstiger Witterung und auf vorherige Bestellung beschränkt, wurde später jedoch wieder regelmäßig aufgenommen.
1887 wurde in der nahe gelegenen Nesselkuhle ein Schießstand für die Schöninger Schützenkorporation eingerichtet. Im selben Jahr wurde unterhalb des Singplatzweges im Märzental nach Trinkwasser gebohrt. In einer Tiefe von 65 Fuß wurde eine wasserführende Erdschicht erreicht. Der Verschönerungsverein setzte außerdem die Gestaltung des Geländes fort und verbesserte die Wege.
1888 wurden die baulichen Anlagen erweitert. Das Küchengebäude erhielt ein zusätzliches Geschoss; außerdem entstand ein größerer Pferdestall. Dieser wurde insbesondere von Besuchern genutzt, die an Sonn- und Feiertagen mit Fuhrwerken aus der Umgebung zum Elmhaus kamen. 1889 erhielt Nievert die behördliche Genehmigung zum Ausschank von Branntwein und Spirituosen.
Der Ausbau des Gaststättenbetriebs führte in den 1890er-Jahren zu einem Neubau. Am 20. April 1895 wurde dessen Grundstein gelegt. Die Baukosten wurden mit etwa 17.000 Mark angegeben. Nach Plänen des Regierungsbaumeisters Eschemann entstand ein villenartiges Gebäude. Das Erdgeschoss enthielt drei Gastzimmer, während sich im Obergeschoss ein weiterer Restaurationsraum und sechs Logierzimmer befanden. Weitere Räume waren im Erker angeordnet. Der noch im selben Jahr fertiggestellte Bau entspricht der historistischen Gast- und Hotelarchitektur des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts.
Ebenfalls 1895 wurde im Elmhaus eine Posthilfsstelle eingerichtet. 1896 erfolgte der Anschluss an das Schöninger Telefonnetz. Im selben Jahr wurde nördlich des Gebäudes ein Musikpavillon aufgestellt. Dieser war ursprünglich im Schöninger Stadtpark errichtet worden, wo er 1891 bei der Sedan-Feier verwendet worden war.
1897 stellte der Verschönerungsverein Turngeräte auf dem Singplatz auf. Im selben Jahr wurden regelmäßige Pferdewagenfahrten zum Elmhaus angeboten. Sie sollten unter anderem älteren und gehbehinderten Personen den Besuch ermöglichen. Bei geeigneter Witterung wurde außerdem eine Konditorei betrieben.
1901 wurde der bisherige Musikpavillon abgebrochen und durch einen neuen Pavillon an anderer Stelle ersetzt. Im selben Jahr erhielt das Elmhaus einen größeren Saal. Durch den Anbau vergrößerte sich die für den Gaststättenbetrieb genutzte Fläche, sodass für das Gelände zwei Polizeibehörden zuständig waren. Ein 1910 von der Stadt Schöningen gestellter Antrag, die gesamte für Restaurationszwecke genutzte Fläche dem Stadtgebiet zuzuordnen, wurde von der Forstverwaltung nur teilweise unterstützt.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Elmhaus als Restaurant und Logierhaus betrieben. Neben den Gast- und Gesellschaftsräumen standen Logierzimmer, Stallungen und weitere Einrichtungen zur Verfügung. 1913 wurde auf dem Singplatz im Rahmen des dortigen Freilichttheaters unter Leitung des Theaterdirektors Palmbaum Friedrich Schillers „Die Räuber“ aufgeführt.
1914 starb der Gastwirt Hermann Nievert. Seine Witwe führte den Betrieb weiter. Während des Ersten Weltkriegs war der Gaststättenbetrieb eingeschränkt. 1916 wurden im Elmhaus etwa 30 Soldaten einquartiert, die bei Arbeiten an Befestigungsanlagen eingesetzt wurden.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Gaststättenbetrieb wieder ausgeweitet. 1921 wurde die Posthilfsstelle aufgehoben. 1925 erhielt das Elmhaus eine elektrische Beleuchtung für die Innenräume und den Garten. In den folgenden Jahren wurden weiterhin Veranstaltungen und saisonale Angebote durchgeführt. 1930 wurden vor dem Gebäude Terrassen angelegt.
1934 wurde das 50-jährige Bestehen des Elmhauses begangen. In den Jahren 1937 und 1938 wurde der große Saal umgebaut und neu gestaltet. Die Wiedereinweihung fand am 29. Januar 1938 statt. Im Zuge der Umbauten wurden der für den inzwischen zunehmenden Automobilverkehr nicht mehr benötigte Pferdestall sowie der baufällig gewordene hölzerne Musikpavillon abgerissen.
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 ging der Besuch des Elmhauses erneut zurück. 1942 übernahm Erich Holze die Geschäftsführung beziehungsweise Bewirtschaftung der Gaststätte. Nach dem Ende des Krieges wurde der Betrieb wieder ausgebaut. Die frühere Wirtin, die als „Mutter Nievert“ bezeichnet wurde, starb 1948.
1951 wurden die Wege rund um das Elmhaus mit Kies befestigt. Eine während des Zweiten Weltkriegs anderweitig genutzte Spielfläche wurde wiederhergestellt und ein Parkplatz angelegt. 1952 folgten weitere Umbauten und Neubauten. Unter anderem entstand eine Verbindung zwischen Wohnhaus und Saal; außerdem wurden eine größere Küche und ein Buffetraum eingerichtet. Vor dem Buffetraum wurde eine Terrasse angelegt.
1959 wurde das 75-jährige Bestehen des Elmhauses gefeiert. Die Wasserversorgung blieb weiterhin problematisch. Der 1887 angelegte Brunnen lieferte kein Wasser mehr, sodass Trinkwasser bis 1965 mit einem Pferdewagen von der Klosterdomäne zum Elmhaus transportiert wurde. 1965 wurde das Gebäude an das städtische Wasser- und Kanalisationsnetz angeschlossen. Im folgenden Jahr erfolgte der Anschluss an eine Kraftstromleitung.
Nach dem Tod des Wirtes Erich Holze 1962 wechselte das Elmhaus mehrfach den Besitzer. 1967 übernahmen Fred und Erna Fußangel die Bewirtschaftung der Waldgaststätte. Zu diesem Zeitpunkt verfügte das Elmhaus über modernisierte Gasträume, ein Klubzimmer und einen Saal. Zum Betrieb gehörte außerdem ein kleiner Ponyhof.
2014 erwarb die Stiftung für bildende Kunst und Baukultur Anatol Buchholtz – Fux den historischen Gebäudekomplex. In der Folge wurde dieser umfassend saniert. Nach Abschluss der Arbeiten wurde das Elmhaus 2018 als Kunst- und Kulturzentrum wiedereröffnet. 2019 nahm auch der gastronomische Betrieb wieder auf.
2018 wurde neben dem Elmhaus die lebensgroße Nachbildung eines Europäischen Waldelefanten aufgestellt, die auch touristischen Zwecken dient.[1][2]
Anfang 2020 wurde das gastronomische Angebot aufgrund der gestiegenen Nachfrage auf einen regulären Wochenbetrieb ausgeweitet. Im selben Jahr führte die COVID-19-Pandemie zur Absage zahlreicher Veranstaltungen und Feiern. Im Oktober 2020 wurde der Betrieb eingestellt. Anschließend begann die Suche nach neuen Pächtern.
Am 15. August 2026 soll das Elmhaus von Riadh und Yuliia Mann erneut eröffnet werden.[3]
Literatur
- Elmhaus. In: Denkmalatlas Niedersachsen. Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 8. August 2026.
- 90 Jahre „Elmhaus“. Elmhaus, 6. August 2026, abgerufen am 8. August 2026.
- Sebastian Nickel: Neustart für Schöningens traditionsreiches Elmhaus. In: NewsifyNDS. 6. August 2026, abgerufen am 8. August 2026.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Markus Brich: Waldelefant kehrt an den Elmrand zurück In: Helmstedter Nachrichten vom 27. Januar 2018.
- ↑ Markus Brich: Wie Tourismus gefördert wird In: Helmstedter Nachrichten vom 3. Dezember 2018.
- ↑ Markus Brich: Neueröffnung Elmhaus Schöningen: Diese Familie erweckt Gasthaus am Elm zu neuem Leben. In: Braunschweiger Zeitung / Helmstedter Nachrichten. 7. August 2026, abgerufen am 8. August 2026.