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	<title>Waldelefant von Schöningen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Helmstedt-Wiki</subtitle>
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		<id>https://www.helmstedt-wiki.de/index.php?title=Waldelefant_von_Sch%C3%B6ningen&amp;diff=22176&amp;oldid=prev</id>
		<title>Admin: AZ: Die Seite wurde neu angelegt: Waldelefant von Schöningen in Fundlage, 2018 Beim &#039;&#039;&#039;Waldelefanten von Schöningen&#039;&#039;&#039;, genannt &#039;&#039;Nelly&#039;&#039;, handelt es sich um die fossilen Überreste eines Europäischen Waldelefanten, der vor rund 300.000 Jahren lebte. Das nahezu vollständige Skelett des Tieres wurde im Jahr 2017 im Tagebau Schöningen im Landkreis Helmstedt in Niedersachs…</title>
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		<updated>2024-04-22T11:59:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=Hilfe:Zusammenfassung_und_Quellen&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Hilfe:Zusammenfassung und Quellen (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;AZ&lt;/a&gt;: Die Seite wurde neu angelegt: &lt;a href=&quot;/wiki/Datei:NLD_Sch%C3%B6ningen_Waldelefant.jpg&quot; title=&quot;Datei:NLD Schöningen Waldelefant.jpg&quot;&gt;mini|Waldelefant von Schöningen in Fundlage, 2018&lt;/a&gt; Beim &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Waldelefanten von Schöningen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, genannt &amp;#039;&amp;#039;Nelly&amp;#039;&amp;#039;, handelt es sich um die fossilen Überreste eines Europäischen Waldelefanten, der vor rund 300.000 Jahren lebte. Das nahezu vollständige Skelett des Tieres wurde im Jahr &lt;a href=&quot;/wiki/2017&quot; title=&quot;2017&quot;&gt;2017&lt;/a&gt; im &lt;a href=&quot;/wiki/Tagebau_Sch%C3%B6ningen&quot; title=&quot;Tagebau Schöningen&quot;&gt;Tagebau Schöningen&lt;/a&gt; im &lt;a href=&quot;/wiki/Landkreis_Helmstedt&quot; title=&quot;Landkreis Helmstedt&quot;&gt;Landkreis Helmstedt&lt;/a&gt; in Niedersachs…&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:NLD Schöningen Waldelefant.jpg|mini|Waldelefant von Schöningen in Fundlage, 2018]]&lt;br /&gt;
Beim &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Waldelefanten von Schöningen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, genannt &amp;#039;&amp;#039;Nelly&amp;#039;&amp;#039;, handelt es sich um die fossilen Überreste eines Europäischen Waldelefanten, der vor rund 300.000 Jahren lebte. Das nahezu vollständige Skelett des Tieres wurde im Jahr [[2017]] im [[Tagebau Schöningen]] im [[Landkreis Helmstedt]] in Niedersachsen entdeckt. Es fand sich bei archäologischen Untersuchungen in einer [[Archäologische Ausgrabungsstätten im Tagebau Schöningen|Ausgrabungsstätte im Tagebau Schöningen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Elephas-antiquus.jpg|mini|Lebendrekonstruktion eines Europäischen Waldelefanten (Zeichnung)]]&lt;br /&gt;
Generell war der Europäische Waldelefant ein großer Vertreter der Elefanten, der bei einer Schulterhöhe von über vier Metern ein Gewicht von mehr als zehn Tonnen erreichen konnte. Während der letzten Warmzeiten des Pleistozäns erreichte diese Art Gebiete nördlich der Alpen und ist auch in Mitteleuropa fassbar. Besonders weit im Norden gelegene Funde sind neben einzelnen Resten aus Mecklenburg-Vorpommern&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Meng: &amp;#039;&amp;#039;Nachweis des Europäischen Waldelefanten Elephas antiquus (Falconer &amp;amp; Cautley, 1847) bei Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern (NE-Deutschland) - Fundbericht.&amp;#039;&amp;#039; Neubrandenburger Geologische Beiträge 11, 2011, S. 3–8.&amp;lt;/ref&amp;gt; auch aus Niedersachsen belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die seit [[1983]] anhaltenden [[Archäologische Ausgrabungsstätten im Tagebau Schöningen|Ausgrabungen im Tagebau Schöningen]] ist bekannt, dass es dort vor über 300.000 Jahren während der Reinsdorf-Warmzeit, als besondere Ausprägung der Holstein-Warmzeit, eine große Vielfalt an Tieren gab. Im Umfeld eines früheren Flachwassersees lebten dort rund 20 Arten von Großsäugern, darunter Löwen, Bären, Säbelzahnkatzen, Nashörner, Riesenhirsche, Auerochsen, Steppenbisons, Wildpferde und weitere Huftiere. Etwa 100 Meter von der Fundstelle des Waldelefanten entfernt wurden in den Sedimenten des früheren Sees Trittsiegel einer Elefantenherde mit erwachsenen und jüngeren Tieren entdeckt, was in Deutschland einmalig ist. Die Elefanten liefen parallel zum Seeufer und hinterließen kreisförmige Abdrücke von bis zu 60&amp;amp;nbsp;cm Durchmesser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldelefant von Schöningen Kiefer.jpg|mini|Unterkiefer des Waldelefanten von Schöningen mit Zähnen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Schöningen flints - Venditti et al 2022.png|mini|Feuersteinabschläge aus der Umgebung des Waldelefantenskelettes]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dem Individuum aus Schöningen handelt es sich wahrscheinlich um ein weibliches Tier, dessen Schulterhöhe auf etwa 3,2&amp;amp;nbsp;Meter und Gewicht auf etwa 6,8&amp;amp;nbsp;Tonnen geschätzt werden. Bei der Ausgrabung wurden 300 Knochen und insgesamt 700 Knochenteile geborgen, verteilt auf einer Fläche von rund 64&amp;amp;nbsp;m². Zu den Funden gehören die 2,3&amp;amp;nbsp;Meter langen Stoßzähne, der Unterkiefer, Wirbel und Rippen sowie Knochen von drei Beinen und das vollständige Zungenbein.&amp;lt;ref&amp;gt;Markus Brich:&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;[https://www.helmstedter-nachrichten.de/helmstedt/schoeningen-suedkreis/article229148528/Schoeninger-Forscher-bergen-300-000-Jahre-altes-Elefanten-Skelett.html Schöninger Forscher taufen Skelett-Fund auf den Namen Nelly]&amp;#039;&amp;#039; In: [[Helmstedter Nachrichten]] vom 19. Mai 2020&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Skelettteile lagen weitestgehend in einer anatomisch korrekten Anordnung. Verschiedene Teile fehlten, wie das Becken, das linke Vorderbein mit dem Schulterblatt und die Fußknochen von zwei Beinen. Die Erhaltung der Knochen ist überwiegend sehr gut, nur der mehr als einen Meter hohe Schädel des Individuums war in hunderte kleine Teile zerfallen. Verursacht wurde dies durch den vergleichsweise leichten Bau des Schädels, der wie bei allen Elefanten aus zahlreichen luftgefüllten und bienenwabenartig angeordneten Hohlkammern besteht. Insgesamt lag das Tier parallel zum ehemaligen Seeufer mit dem Kopf im Norden und dem Hinterteil im Süden. Das Alter des Tieres wird aufgrund der abgenutzten Zähne und Arthrose an den Knochen auf etwa 50&amp;amp;nbsp;Jahre geschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Serangeli et al. 2020&amp;quot;&amp;gt;Jordi Serangeli, Ivo Verheijen, Bárbara Rodríguez Álvarez, Flavio Altamura, Jens Lehmann, Nicholas J. Conard: &amp;#039;&amp;#039;Elefanten in Schöningen&amp;#039;&amp;#039; In: Archäologie in Deutschland 3/2020, S. 8–13.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bissspuren an den Knochen belegen, dass Raubtiere das Aas des Waldelefanten gefressen haben. Obwohl sich an den Knochen keine Spuren menschlicher Bearbeitung fanden, gibt es Belege auf die Anwesenheit von Menschen am Elefantenkadaver. So fanden sich rund um das Skelett 57 Abschläge von Feuersteinen, die beim Nachschärfen von Steingeräten entstehen. Während die Menschen ihre Steingeräte wieder mitgenommen haben, blieben die Abschläge liegen. 15 Abschläge, an denen noch mikroskopisch kleine Holzreste hafteten, wiesen Nutzungsspuren auf, wie sie bei der Bearbeitung von frischem Holz entstehen. Bei einem Feuersteinfragment ließ sich die Bearbeitung von frischem Tiergewebe nachweisen, so dass die Forscher davon ausgehen, dass es beim Zerteilen des Waldelefanten genutzt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitteilungen/article/archaeologie-aus-dem-abfall-kleine-splitter-erzaehlen-vom-werkzeuggebrauch-vor-300000-jahren/ Archäologie aus dem Abfall: kleine Splitter erzählen vom Werkzeuggebrauch vor 300.000 Jahren]&amp;#039;&amp;#039;, Pressemitteilung der Universität Tübingen vom 15. Dezember 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus fanden sich drei Knochenartefakte, die Menschen als Werkzeuge dienten und Schlagspuren aufwiesen. Es handelt sich hierbei um den Fußknochen eines Rothirschs und ein weiteres, etwa 12&amp;amp;nbsp;cm langes Knochenstück einer nicht näher bestimmbaren Tierart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fundstelle ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldelefant von Schöningen Fundstelle Speersockel von oben.jpg|mini|Grabungsleiter Jordi Serangeli und der Leiter der Forschungsstation Schöningen, Nicholas J. Conard, präsentieren  dem niedersächsischen Wissenschaftsminister Björn Thümler die Fundstelle auf dem Speersockel]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldelefant von Schöningen Fundschicht 13 II 3.jpg|mini|Fundschicht &amp;#039;&amp;#039;Schöningen&amp;amp;nbsp;13 II Verlandungsfolge&amp;amp;nbsp;3&amp;#039;&amp;#039;, in der der Waldelefant gefunden wurde]]&lt;br /&gt;
Die Fundstelle des Waldelefanten (&amp;#039;&amp;#039;Schöningen&amp;amp;nbsp;13 II Verlandungsfolge&amp;amp;nbsp;3&amp;#039;&amp;#039;) liegt innerhalb des [[Tagebau Schöningen|Tagebaus Schöningen]] in etwa 12,5&amp;amp;nbsp;Meter Tiefe unter der ursprünglichen Geländeoberfläche und etwa 2,5&amp;amp;nbsp;Meter unterhalb des Fundhorizonts der Schöninger Speere (&amp;#039;&amp;#039;Schöningen&amp;amp;nbsp;13 II Verlandungsfolge&amp;amp;nbsp;4&amp;#039;&amp;#039;). Sie befindet sich an der Tagebaukante auf einem 50&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;60&amp;amp;nbsp;Meter großen Geländesockel, der vom Abbau durch die [[EEW Energy from Waste|Braunschweigische Kohlen-Bergwerke AG]] ausgespart wurde. Der Sockel ragt an drei Seiten in das Tagebauloch hinein. Die auch als &amp;#039;&amp;#039;Speersockel&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete Fläche ist eine von mehreren altsteinzeitlichen Fundplätzen im Braunkohlentagebau Schöningen Süd, die im Zuge der Prospektion der quartären Deckschichten ab [[1992]] ausgegraben wurde. Der rund 3900&amp;amp;nbsp;m² große Grabungssockel repräsentiert einen kleinen Ausschnitt der Uferzone eines ehemaligen Flachwassersees, die über Jahrtausende während der Reinsdorf-Warmzeit (ca. 320.000 bis ca. 300.000 Jahre vor heute) von Menschen sowie Tieren aufgesucht wurde. Der Sockel weist fünf mächtige Schichtpakete (Verlandungszonen) auf, die durch schwankende Wasserstände des Sees und Verlandungsprozesse entstanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erhaltungsbedingungen ===&lt;br /&gt;
Wie die bisherigen archäologischen Funde in den pleistozänen Ablagerungen innerhalb des Tagebaulochs in Schöningen waren die Knochen, eingebettet in Muddeschichten des verlandeten Sees, erhalten geblieben. Für die gute Fundkonservierung sorgten das vom nahe gelegenen [[Elm]] durch Bäche herangeführte kalkhaltige Wasser des Sees, die luftdichte Bedeckung der Fundschicht durch Mudden sowie die dauerhafte Lage unter dem Grundwasserspiegel, der erst durch den ab [[1979]] betriebenen [[Tagebau Schöningen]] künstlich gesenkt wurde. Dadurch bestanden günstige Erhaltungsbedingungen für organisches Material.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Interpretation ==&lt;br /&gt;
Laut dem Grabungsleiter Jordi Serangeli von der Senckenberg-Forschungsstation [[Schöningen]] gibt es keine Hinweise darauf, dass der damals lebende Frühmensch &amp;#039;&amp;#039;Homo heidelbergensis&amp;#039;&amp;#039; den Waldelefanten im Zuge einer Jagd tötete. Zwar seien Menschen in der Altsteinzeit (wie die rund 300.000 Jahre alten [[Schöninger Speere]] vom selben Fundort belegen) erfolgreiche Jäger gewesen, dennoch habe für sie kein zwingender Grund bestanden, ausgewachsene Elefanten zu jagen und sich dabei in Gefahr zu bringen. Vermutlich starb das Tier aus Altersgründen. Die Fundstelle befindet sich am Ufer eines früheren Sees. Von heutigen Elefanten ist bekannt, dass sich alte oder kranke Tiere oft am Wasser aufhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://www.mwk.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presseinformationen/300-000-jahre-alter-elefant-aus-schoningen-fast-vollstandig-erhalten-188509.html 300.000 Jahre alter Elefant aus Schöningen fast vollständig erhalten]&amp;#039;&amp;#039;, Presseinformation des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur vom 19. Mai 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fundvergesellschaftung von Feuersteinabschlägen und Knochenwerkzeugen mit den Elefantenknochen werten die Archäologen als Beleg dafür, dass sich Menschen damals direkt am Kadaver aufgehalten haben. Mit ihren Werkzeugen dürften sie Fleisch, Sehnen und Fettgewebe des toten Tieres herausgeschnitten haben&amp;lt;ref&amp;gt;Hubert Filser: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.sueddeutsche.de/wissen/archaeologie-die-giganten-vom-see-1.4913969 Die Giganten vom See]&amp;#039;&amp;#039; In: Süddeutsche Zeitung vom 21. Mai 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, um es als Nahrungs- und Materialquelle zu nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschungsgeschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldelefant von Schöningen Beinknochen.jpg|mini|Beinknochen des Waldelefanten von Schöningen mit Elle und Speiche]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldelefant von Schöningen Backenzahn Restaurierung.jpg|mini|Restaurierung eines Backenzahns des Waldelefanten im [[paläon|Forschungsmuseum Schöningen]]]]&lt;br /&gt;
Nach der Entdeckung des Waldelefanten von Schöningen im September [[2017]] erstreckte sich die Freilegung über fast zwei Jahre. Sie wurde von Archäologen des Senckenberg-Zentrums für menschliche Evolution und Paläoumwelt an der Universität Tübingen in Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege vorgenommen. Die Wissenschaftler gaben die Entdeckung im Mai [[2020]] bei einer Pressekonferenz mit dem niedersächsischen Wissenschaftsminister Björn Thümler in [[Schöningen]] öffentlich bekannt. Zu dem Zeitpunkt waren die Untersuchungen und Restaurierungen der Knochen noch nicht abgeschlossen. Sie erfolgen im [[Forschungsmuseum Schöningen]], das den Grabungen direkt angeschlossen ist und sich in etwa 300&amp;amp;nbsp;Meter Entfernung von der Fundstelle befindet. Dort ist bereits während des Restaurierungsprozesses eine Besichtigung der Fundstücke möglich, die später in dem Museum ausgestellt werden. Die Wissenschaftler gaben dem Waldelefanten den Spitznamen „Nelly“ in Anlehnung an den Ausgräber, der den Vornamen &amp;#039;&amp;#039;Neil&amp;#039;&amp;#039; trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Tagebau Schöningen]] fanden sich seit Beginn der Ausgrabungen in den 1980er Jahren die Fossilien von mindestens zehn Waldelefanten. Dies waren jeweils Einzelfunde von Rippen, Stoßzähnen oder Wirbeln, die bei Rettungsgrabungen eilig vor dem herannahenden Schaufelradbagger geborgen werden mussten. Der [[2017]] entdeckte Waldelefant von Schöningen ist das einzige nahezu vollständig erhaltene Skelett. Da die Fundstelle im Tagebaugebiet auf dem erhalten gebliebenen Speersockel liegt, fand die Bergung ohne Zeitdruck in enger Absprache mit der Restaurierungswerkstatt des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege statt. Weitere Analysen zu den Umwelt- und Klimabedingungen zum Todeszeitpunkt des Tieres, sowie zu Sedimentationsprozessen des früheren Sees, erfolgen durch die Technische Universität Braunschweig, die Universität Lüneburg und die Universität Leiden in den Niederlanden. Dazu wurden Sedimentproben im Hinblick auf Mikrofauna, Mikromorphologie, Limnologie und Paläobotanik genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldelefant von Schöningen Nachbildung.jpg|mini|Nachbildung eines Europäischen Waldelefanten am Waldrand des [[Elm]]s oberhalb von [[Schöningen]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der Funde von Elefantenknochen im Tagebau wurde [[2018]] oberhalb von [[Schöningen]] die lebensgroße Nachbildung eines Europäischen Waldelefanten aufgestellt. Sie steht am Waldrand des [[Elm]]s neben einer Ausflugsgaststätte und dient auch touristischen Zwecken.&amp;lt;ref&amp;gt;Markus Brich: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.leader-gruenes-band.de/wp-content/uploads/2018/02/180127-BZ-Waldelefant.pdf Waldelefant kehrt an den Elmrand zurück]&amp;#039;&amp;#039; In: [[Helmstedter Nachrichten]] vom 27. Januar 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Markus Brich: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.helmstedter-nachrichten.de/helmstedt/article215933427/Wie-Tourismus-gefoerdert-wird.html Wie Tourismus gefördert wird]&amp;#039;&amp;#039; In: [[Helmstedter Nachrichten]] vom 3. Dezember 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Rekonstruktion wurde auf Grundlage eines an der Fundstelle Neumark-Nord im Geiseltal in Sachsen-Anhalt gefundenen Skeletts gefertigt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://elmhaus.de/projekte_waldelefant/ &amp;#039;&amp;#039;Waldelefanten in Schöningen&amp;#039;&amp;#039;] bei elmhaus.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[2023]] führt das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege (NLD) in Zusammenarbeit mit dem Senckenberg-Zentrum im [[Forschungsmuseum Schöningen]] eine Sonderausstellung über den Waldelefanten durch&amp;lt;ref&amp;gt;Markus Brich: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.helmstedter-nachrichten.de/helmstedt/article231603389/Forscher-Jordi-Serangeli-erklaert-den-Schoeninger-Fundkomplex.html Forscher Jordi Serangeli erklärt den Schöninger Fundkomplex]&amp;#039;&amp;#039; In: [[Helmstedter Nachrichten]] vom 18. Februar 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;, die von der Präsidentin des NLD Christina Krafczyk ursprünglich für das Jahr [[2022]] angekündigt war.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://web.archive.org/web/20200603125906/https://www.wz.de/reise/schoeningen-zeigt-waldelefanten-skelett_aid-51243601 Schöningen zeigt Waldelefanten-Skelett]&amp;#039;&amp;#039; In: Westdeutsche Zeitung vom 20. Mai 2020, archiviert vom [https://www.wz.de/reise/schoeningen-zeigt-waldelefanten-skelett_aid-51243601 Original] (nicht mehr online verfügbar) am 3. Juni 2020; abgerufen am 22. April 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Schöninger Fund im Kontext ==&lt;br /&gt;
=== Frühere Funde aus Schöningen ===&lt;br /&gt;
Etwa 300.000 Jahre alte Reste des Europäischen Waldelefanten wurden schon in den 1990er Jahren im Tagebau Schöningen an der Fundstelle &amp;#039;&amp;#039;Schöningen 12&amp;#039;&amp;#039; gefunden, darunter einzelne Stoßzähne und Stoßzahnlamellen.&amp;lt;ref&amp;gt;Thijs van Kolfschoten: &amp;#039;&amp;#039;Die Vertebraten des Interglazials von Schöningen 12B.&amp;#039;&amp;#039; Ethnographisch-Archäologische Zeitschrift 34, 1993, S. 623–628.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Jordi Serangeli, Utz Böhner, Thijs Van Kolfschoten und Nicholas J. Conard: &amp;#039;&amp;#039;Overview and new results from large-scale excavations in Schöningen.&amp;#039;&amp;#039; Journal of Human Evolution 89, 2015, S. 27–45.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der gleiche Fundbereich barg auch fast zwei Dutzend Reste des Europäischen Waldelefanten von wenigstens drei Individuen, die zwischen [[2008]] und [[2009]] ausgegraben wurden. Dazu gehört auch die Spitze eines Stoßzahns. Sie weist Polierungsspuren auf und diente möglicherweise als Werkzeug.&amp;lt;ref&amp;gt;Marie-Anne Juliena, Bruce Hardy, Mareike C. Stahlschmidt, Brigitte Urban, Jordi Serangeli und Nicholas J. Conard: &amp;#039;&amp;#039;Characterizing the Lower Paleolithic bone industry from Schöningen 12 II: A multi-proxy study.&amp;#039;&amp;#039; Journal of Human Evolution 89, 2015, S. 264–286.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August [[2015]] entdeckten Archäologen im selben Tagebau ein größeres Rippenfragment, Knochenfragmente sowie einen etwa zwei Meter langen Stoßzahn eines Europäischen Waldelefanten.&amp;lt;ref&amp;gt;Jens Lehmann, Jordi Serangeli, Thomas Terberger: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.researchgate.net/publication/313422893_J_LEHMANN_J_SERANGELI_TTERBERGER_Elefantenjagd_vor_300000_Jahren_Archaologie_in_Deutschland_12016_5_-_7 Schöningen. Elefantenjagd vor 300.000 Jahren]&amp;#039;&amp;#039; In: Archäologie in Deutschland, 1/2016, S. 5 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Fundstelle auf dem sogenannten Speersockel (Fundstelle &amp;#039;&amp;#039;Schöningen 13 II, Verlandungsfolge 2&amp;#039;&amp;#039;) lag etwa 4,5&amp;amp;nbsp;Meter unterhalb der Fundschicht der [[Schöninger Speere]] und 15&amp;amp;nbsp;Meter vom Fundort des Waldelefanten von Schöningen entfernt. Anhand der Schichtfolge am Fundort ließen sich die Knochen auf ein Alter von rund 300.000 Jahren datieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regionale und überregionale Vergleiche ===&lt;br /&gt;
Vollständige Skelette des Europäischen Waldelefanten sind vor allem in Mitteleuropa relativ selten, zumeist treten die Tiere an den verschiedenen Fundstellen in Form von Zahn- und Gebissresten oder einzelnen Knochen in Erscheinung. Einen der bekanntesten Funde und den nächstjüngeren Nachweis eines Europäischen Waldelefanten in Niedersachsen bietet auch der Fundplatz der Lanze von Lehringen, in der Nähe von Verden. Das Tier kam bei einem Jagdereignis in der letzten Warmzeit (Eem-Warmzeit) vor etwa 120.000 Jahren um. In dieser Zeit des Mittelpaläolithikums lebte in Europa der Neandertaler. Neben der Lanze, die unter oder zwischen den Rippen des Tieres steckte, fanden sich im Umkreis noch 27 scharfkantige Feuersteinabschläge, die offensichtlich vor Ort kurzfristig hergestellt wurden. Da das Tier im Wasser zusammengebrochen war, konnten die damaligen Menschen weder den gesamten Kadaver zerlegen, noch die oben angeführte Lanze bergen.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Dietrich Adam: &amp;#039;&amp;#039;Der Waldelefant von Lehringen – eine Jagdbeute des diluvialen Menschen.&amp;#039;&amp;#039; Quartär 5, 1951, S. 79–92 ([http://www.quartaer.eu/pdfs/1951/1951_05_adam.pdf Online]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Hartmut Thieme und Stephan Veil: &amp;#039;&amp;#039;Neue Untersuchungen zum eemzeitlichen Elefanten-Jagdplatz Lehringen, Ldkr. Verden.&amp;#039;&amp;#039; In: Die Kunde 36, 1985, S. 11–58.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus überregionaler Sicht bedeutend ist der zu Lehringen vergleichbar alte Fund des Waldelefanten von Gröbern in Sachsen-Anhalt, gefunden im Jahr [[1987]]. Auch dort barg das Ufer eines ehemaligen Sees ein vollständiges Skelett, das ein ausgewachsenes männliches Individuum mit rekonstruiert etwa 4,2&amp;amp;nbsp;Meter Schulterhöhe repräsentiert. Die fast 200 Knochen des Elefanten verteilten sich auf einer Fläche von 20&amp;amp;nbsp;Quadratmetern und lagen weitgehend noch im anatomischen Verband. Größere Resterhaltungen gab es nur am Schädel, am Brustkorb und an den hinteren Extremitäten. In unmittelbarem Zusammenhang wurden auch in Gröbern gut zwei Dutzend Feuersteinabschläge gefunden, die zumeist zwischen den Knochen lagen. Ähnlich zu Lehringen wird angenommen, dass die damaligen Menschen nur Teile des Kadavers bergen konnten.&amp;lt;ref&amp;gt;Jörg Erfurt und Dietrich Mania: &amp;#039;&amp;#039;Zur Paläontologie des des jungpleistozänen Waldelefanten von Gröbern, Kreis Gräfenhainichen.&amp;#039;&amp;#039; In: Dietrich Manis, Matthias Thomae, Thomas Litt und Thomas Weber (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Neumark – Gröbern. Beiträge zur Jagd des mittelpaläolithischen Menschen.&amp;#039;&amp;#039; Veröffentlichungen des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle 43 Berlin, 1990, S. 215–224.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein im gleichen Jahr aufgefundenes zweites Skelett eines Europäischen Waldelefanten in Gröbern wies keinerlei anthropogenen Einfluss auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fischer 2010&amp;quot;&amp;gt;Karlheinz Fischer: &amp;#039;&amp;#039;Die Waldelefanten von Neumark-Nord und Gröbern.&amp;#039;&amp;#039; In: Dietrich Mania u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Neumark-Nord – Ein interglaziales Ökosystem des mittelpaläolithischen Menschen.&amp;#039;&amp;#039; Veröffentlichungen des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle 62 Halle/Saale, 2010, S. 361–374.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedeutende Funde kamen auch im Geiseltal, ebenfalls Sachsen-Anhalt, zu Tage. Dort fanden sich am Ufer eines ehemaligen Sees, dem Seebecken &amp;#039;&amp;#039;Neumark-Nord&amp;amp;nbsp;1&amp;#039;&amp;#039;, Skelette von rund 70 Individuen des Europäischen Waldelefanten, einige davon weitgehend vollständig; sie verteilten sich rund um den See. Die Altersstellung des Seebeckens wird diskutiert und schwankt, je nach Ansicht, von der vorletzten Warmzeit vor rund 200.000 Jahren bis zur letzten Warmzeit. Die zahlreichen Skelettfunde und guten Erhaltungsbedingungen ermöglichten dabei die Überlieferung selten nachgewiesener Knochen wie dem Zungen- und dem Brustbein.&amp;lt;ref&amp;gt;Maria Rita Palombo: &amp;#039;&amp;#039;Intra-specific variation of stylohyoid bones in Palaeoloxodon: A case study of Neumark-Nord 1 (Geiseltal, Sachsen-Anhalt, Germany) straight-tusked elephants.&amp;#039;&amp;#039; Quaternary International 276/277, 2012, S. 77–92.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einzelne Tiere wiesen pathologische Veränderungen auf, etwa in Form einer Hüftgelenksdysplasie, verkümmerter Stoßzähne oder Durchbohrungen, die eventuell auf Rivalenkämpfe zurückgehen könnten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karlheinz Fischer: &amp;#039;&amp;#039;Hüftgelenksdysplasie bei einem Waldelefanten (Elephas antiquus) aus einer Intrasaale-Warmzeit von Neumark-Nord.&amp;#039;&amp;#039; In: Dietrich Mania u. a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Neumark-Nord – Ein interglaziales Ökosystem des mittelpaläolithischen Menschen.&amp;#039;&amp;#039; Veröffentlichungen des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle 62 Halle/Saale, 2010, S. 375–380.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Karlheinz Fischer: &amp;#039;&amp;#039;Stoßzahnanomalie bei einem Waldelefanten (Elephas antiquus Falconer &amp;amp; Cautley, 1847) aus mittelpleistozänen warmzeitlichen Ablagerungen von Neumark-Nord (Geiseltal nahe Merseburg, Sachsen-Anhalt, Deutschland).&amp;#039;&amp;#039; In: Jan Michal Burdukiewicz, Lutz Fiedler, Wolf-Dieter Heinrich, Antje Justus und Enrico Brühl (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Erkenntnisjäger. Kultur und Umwelt des frühen Menschen. Festschrift für Dietrich Mania.&amp;#039;&amp;#039; Veröffentlichungen des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle 57 Halle/Saale, 2010, S. 199–201.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Federica Marano und Maria Rita Palombo: &amp;#039;&amp;#039;A pathologic straight-tusked elephant female from Neumark Nord (Germany).&amp;#039;&amp;#039; Il Quaternario. Italian Journal of Quaternary Sciences 24 (1), 2011, S. 93–101.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Tiere starben eines natürlichen Todes, wurden im Nachhinein aber von großen Raubtieren wie dem ebenfalls belegten Höhlenlöwen oder der Höhlenhyäne zerfleddert.&amp;lt;ref&amp;gt;Cajus G. Diedrich: &amp;#039;&amp;#039;Late Pleistocene Eemian hyena and steppe lion feeding strategies on their largest prey – Palaeoloxodon antiquus Falconer and Cautley 1845 at the straight-tusked elephant graveyard and Neanderthal site Neumark-Nord Lake 1, Central Germany.&amp;#039;&amp;#039; Archaeological and Anthropological Sciences 6, 2014, S. 271–291.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einzelne Skelette waren mit großen Feuersteinabschlägen verbunden, die auf Aktivitäten des frühen Menschen hindeuten. Eines dieser als „Tranchiermesser“ bezeichneten Artefakte wies noch einen organischen Rest auf, der sich als Eichenrindenextrakt herausstellte.&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Koller und Ursula Baumer: &amp;#039;&amp;#039;Der organische Belag auf der Silexklinge aus Neumark-Nord. Grabungsmaterial oder Schäftungskitt?&amp;#039;&amp;#039; In: Harald Meller (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Elefantenreich – Eine Fossilwelt in Europa.&amp;#039;&amp;#039; Halle/Saale, 2010, S. 553–563.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fischer 2010&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Maria Rita Palombo, Ebru Albayrak und Federica Marano: &amp;#039;&amp;#039;The straight-tusked Elephants from Neumark-Nord. A glance into a lost world.&amp;#039;&amp;#039; In: Harald Meller (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Elefantenreich – Eine Fossilwelt in Europa.&amp;#039;&amp;#039; Halle/Saale, 2010, S. 219–251.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Federica Marano und Maria Rita Palombo: &amp;#039;&amp;#039;Population structure in straight-tusked elephants: a case study from Neumark Nord 1 (late Middle Pleistocene?, Sachsen-Anhalt, Germany).&amp;#039;&amp;#039; Bollettino della Società Paleontologica Italiana 52 (3), 2013, 207–218.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem südlichen Deutschland sind mehrere Teilskelette des Europäischen Waldelefanten aus den Travertinen von Bad Cannstatt in Baden-Württemberg dokumentiert, die wohl der vorletzten Warmzeit angehören. Darunter befindet sich auch ein ausgewachsener Bulle, dessen Skelett sich über eine Fläche von 25&amp;amp;nbsp;Quadratmeter verteilte und der aufgrund des 122&amp;amp;nbsp;Zentimeter langen Oberarm- und des 144&amp;amp;nbsp;Zentimeter langen Oberschenkelknochens wohl eine Schulterhöhe von rund 4&amp;amp;nbsp;Metern besaß. Bei den meisten Elefantenresten kann eine Einwirkung durch den frühen Menschen ausgeschlossen werden. Vielmehr starben die Tiere krankheitsbedingt oder an Altersschwäche in der Umgebung des Quellgewässers.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Dietrich Adam: &amp;#039;&amp;#039;Fossilfunde aus den Cannstatter Sauerwasserkalken.&amp;#039;&amp;#039; Fundberichte aus Baden-Württemberg  11, 1986, S. 25–61.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frage der Elefantenjagd ===&lt;br /&gt;
Mit der Frage nach der Elefantenjagd in der Altsteinzeit haben sich verschiedene Archäologen und Forscherteams in Deutschland beschäftigt. Nicholas J. Conard von der Eberhard Karls Universität Tübingen hält die Rolle von Elefanten in der altsteinzeitlichen Ökonomie für schwer fassbar.&amp;lt;ref&amp;gt;Jordi Serangeli: &amp;#039;&amp;#039;Sammler, Jäger und ein toter Elefant in Schöningen.&amp;#039;&amp;#039; in: Archäologie in Niedersachsen 19, 2016, S. 100–103 ([https://www.researchgate.net/publication/329351909_Sammler_Jager_und_ein_toter_Elefant_in_Schoningen Online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Thorsten Uthmeier von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg hält eine regelmäßige Elefantenjagd für nicht wahrscheinlich. Bei der angenommenen damaligen Sippengröße von fünf bis zehn Personen und einer Haltbarkeitsgrenze von 30 Tagen für Fleisch kämen als Jagdwild nur Tiere mit einem Gewicht von bis zu einer Tonne, wie Rinder, Hirsche oder Pferde, infrage. Elefanten würden bis zu zehnmal so viel Fleisch liefern wie die Gruppe in dem Zeitraum verzehren könnte. Allerdings werden im zentralafrikanischen Regenwald auch heute noch Elefanten von Pygmäen mit Speeren gejagt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Michael Baales von der Ruhr-Universität Bochum hält die Rolle von Elefanten an einigen europäischen Fundplätzen für wichtig, auch wenn trotz des Vorhandenseins von  Schnittspuren nicht eindeutig entschieden werden kann, ob die Tiere erjagt oder verendete Tiere ausgeweidet wurden. [[2023]] veröffentlichte ein Forscherteam des Leibniz-Zentrums für Archäologie (LEIZA) in Mainz, der Universität Leiden und der Universität Mainz eine Studie, wonach die Jagd auf Waldelefanten unter Neandertalern weit verbreitet war. Laut Sabine Gaudzinski-Windheuser von der Universität Mainz war die Jagd auf diese Tiere keine Ausnahme, sondern regelhaftes Verhalten. Das ergaben Untersuchungen an über 100.000 Jahre alten Knochen von Waldelefanten, die in Gröbern und Taubach sowie an der Fundstelle Neumark-Nord in einem ehemaligen Braunkohletagebau in Sachsen-Anhalt gefunden worden waren.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://presse.uni-mainz.de/jagd-auf-waldelefanten-war-unter-neandertalern-vor-125-000-jahren-weit-verbreitet/ Jagd auf Waldelefanten war unter Neandertalern vor 125.000 Jahren weit verbreitet]&amp;#039;&amp;#039; bei Johannes Gutenberg-Universität Mainz vom 5. Dezember 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Jordi Serangeli, Ivo Verheijen, Bárbara Rodríguez Álvarez, Flavio Altamura, Jens Lehmann, Nicholas J. Conard: &amp;#039;&amp;#039;Elefanten in Schöningen&amp;#039;&amp;#039; In: Archäologie in Deutschland 3/2020, S. 8–13&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[https://uni-tuebingen.de/universitaet/aktuelles-und-publikationen/pressemitteilungen/newsfullview-pressemitteilungen/article/300000-jahre-alter-elefant-aus-schoeningen-fast-vollstaendig-erhalten/ 300.000 Jahre alter Elefant aus Schöningen fast vollständig erhalten]&amp;#039;&amp;#039;, Pressemitteilung der Universität Tübingen vom 19. Mai 2020 mit Visualisierung der Fundstelle und der Situation vor rund 300.000 Jahren&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/Alte-Knochen-Forscher-finden-Waldelefanten-Skelett,waldelefant112.html 300.000 Jahre alt: Elefanten-Skelett fast komplett]&amp;#039;&amp;#039; bei ndr.de vom 19. Mai 2020&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[https://www.sat1regional.de/sensationsfund-im-kreis-helmstedt-300-000-jahre-altes-waldelefanten-skelett-entdeckt/ Sensationsfund im Kreis Helmstedt: 300.000 Jahre altes Waldelefanten-Skelett entdeckt]&amp;#039;&amp;#039; bei 17:30 Sat.1 Niedersachsen vom 19. Mai 2020&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[https://www.3sat.de/wissen/nano/200520-sendung-100.html 300.000 Jahre alter Waldelefant]&amp;#039;&amp;#039; bei nano vom 20. Mai 2020 (ab Minute 23:15)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=06OUOppsPbA Videofilm zur Entdeckung des Waldelefanten und der Trittsiegel] bei YouTube (02:34 Minuten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Schoningen Waldelefant von}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fund (Landkreis Helmstedt)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte der Jagd]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Helmstedter Braunkohlerevier]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schöningen|Waldelefant]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Admin</name></author>
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